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Aktion von Polizei und Ordnungsamt Alkohol-Testkäufe in Melle: Weniger Verstöße

Von PM. | 14.09.2011, 15:27 Uhr

In den letzten Tagen hat das Ordnungsamt der Stadt zusammen mit dem Polizeikommissariat zahlreiche Testkäufe durchgeführt: Zwei Minderjährige im Alter von 16 Jahren versuchten, an Alkohol heranzukommen. Positives Ergebnis: Die Verstoßquote sank dabei von zuletzt 38 Prozent bei einer Überprüfung Ende April auf aktuell 20 Prozent.

Die Kontrollen erfolgten an 20 Stellen im Einzelhandel sowie an Kiosken und Tankstellen und sollten insbesondere eine präventive Maßnahme zum Alkoholmissbrauch darstellen.

Nach dem Jugendschutzgesetz dürfen in Gaststätten und Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit kein Branntwein, zum Beispiel Whisky, Rum und Wodka, keine branntweinhaltigen Getränke, sogenannte Alcopops, und Lebensmittel an Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.

Die Inhaber der Geschäfte bzw. das Kassenpersonal wurden nach dem Testkauf aufgeklärt und über die rechtlichen Hintergründe informiert.

Sofern das Kassenpersonal vorschriftsmäßig handelte, wurde dies nach Abschluss des Testkaufes positiv darauf angesprochen.

Für die Verfolgung der Ordnungswidrigkeiten und die Festsetzung von Bußgeldern ist der Landkreis Osnabrück zuständig. Mit erneuten Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt müssen Verkaufsstellen jederzeit rechnen.

„Melle möchte mit den Testkäufen einen Beitrag leisten, dem exzessiven Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen früh und präventiv zu begegnen“, so Melles Bürgermeister André Berghegger. „Gemeinsam mit der Polizei setzen wir uns für die konsequente Umsetzung des Jugendschutzes ein.“ Ziel sei es, den Jugendlichen den Zugang zu alkoholischen Getränken zu erschweren und die Inhaber sowie das Kassenpersonal der Verkaufsstellen zu sensibilisieren.

Da derartige Testkäufe nur stichprobenartig erfolgen können, appellieren Polizei und Stadt an die Vernunft der Jugendlichen selbst sowie an die Verantwortlichkeit der Eltern.

Allein über Verbote und Kontrollen kann dem Problem des Alkoholkonsums Jugendlicher nicht begegnet werden.

Anfängliche Bedenken hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Testkäufe wurden Anfang 2009 durch das niedersächsische Innenministerium ausgeräumt. Aufgrund der engen Begleitung der Jugendlichen durch Polizei und Stadtverwaltung werden die Käufe so organisiert, dass die Testkäufer selbst nicht gefährdet werden.