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Acht Schüler, vier Sprachen Sprachkurs für jugendliche Migranten in Melle

Von PM. | 02.04.2014, 16:31 Uhr

Die Neuzuwanderung von Jugendlichen nach Melle hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Diese „älteren“ Schüler haben oft große Schwierigkeiten, vorhandene Sprachdefizite aufzufangen. Deshalb bietet die BBS Melle nun einen entsprechenden Sprachkurs für Migranten an.

Den Lehrer nicht zu verstehen oder dem Gespräch der Klassenkameraden nicht folgen zu können – das sind frustrierende Situationen für die betroffenen Schüler aus dem Ausland.

Dringend notwendig

„Hier sind unseres Erachtens zusätzliche Sprachförderangebote nach dem Vorbild der Integrationskurse für erwachsene Zuwanderer dringend notwendig“, sagt der Organisator der Kurse, Studienrat Claas Hofmeister, von der BBS Melle. Die weiterführenden Schulen der Stadt könnten kein adäquates Angebot aufgrund der ohnehin bereits dünnen Personaldecke vorhalten.

Als Kompetenzzentrum Leitstelle „Region des Lernens“ hat die BBS in Kooperation mit der VHS Osnabrücker Land sowie den Oberschulen Melle und Buer einen solchen Kurs initiiert. Dankenswerterweise hat sich die Volkshochschule Osnabrücker Land bereit erklärt, die Kosten des Kurses zunächst für ein halbes Jahr zu übernehmen.

Vier Muttersprachen

Der Kurs findet jeweils donnerstags in den Räumen der BBS Melle statt und wird derzeit von acht Schülern im Alter von 11 bis 17 Jahren besucht – und das mit den vier verschiedenen Muttersprachen arabisch, polnisch, türkisch und ungarisch!

Claas Hofmeister sieht die Rahmenbedingungen als besondere Herausforderung: „Es ist toll, wie die Jugendlichen hier trotz aller Sprachbarrieren und Unterschiede miteinander lernen und kommunizieren“.

Da zu erwarten sei, dass zunehmend jugendliche Zuwanderer nicht nur aus Krisengebieten, sondern auch aus dem EU-Ausland ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland kommen werden, sei die Politik gefragt, schnell eine größere Zahl von Integrationskursen speziell für diese Bevölkerungsgruppe einzurichten, meint Hofmeister.

Hohe Kosten

Die Zeit, die diese Jugendlichen beim Übergang in Ausbildung und Beruf verlieren, da sie mit Sprachdefiziten den Ansprüchen des Arbeitsmarktes nicht gerecht werden können, wird langfristig für die ganze Gesellschaft hohe Kosten bedeuten. Diese könnten durch eine ausreichende Anzahl an Integrationskursen vermieden werden, ist sich Claas Hofmeister sicher.

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