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Abkränzen in Wellingholzhausen Kränzen ist in Melle eine beliebte Tradition

01.07.2015, 18:11 Uhr

Am Samstag nach dem Wellinger Schützenfest stand das Abkränzen auf dem Programm. Auch bei Ex-Majestät Robert Oberbeck in der Kreuzfeldstraße trafen sich die Nachbarn, um das Portal aus Tannengrün und gebastelten Blumen zu entfernen.

„Beim König und der Königin zuhause kränzen zum Schützenfest die Nachbarn“, weiß Robert Overbeck zu berichten. Dass das Kränzen eine lange Tradition hat, ist allgemein bekannt. Doch bis es tatsächlich ans Werk gehen kann, muss Wichtiges geklärt sein.

Zum Beispiel das genaue Maß. Dafür kommen die Nachbarn eigens zum Ausmessen vorbei. Mit dabei haben sie ihren ganz speziellen Musterkoffer mit einem vielfältigen Allerlei potenziell möglicher Kranzvarianten. Da gibt es eine aus Brennnesseln, ein anderes Kranz-Muster aus Stroh. Natürlich auch dabei: der Klassiker aus Tannengrün.

Grün und weiß natürlich

Auch der Blumenschmuck aus Papier will wohlüberlegt zusammengestellt werden, weshalb es im Musterkoffer einige Farben zur Auswahl gibt. Die Wahl der Schützen aus dem Beutlingsdorf? Grün und weiß, passend eben.

„Am Samstag vor dem Schützenfest wird Grün geholt“, erzählt der Ex-König weiter. Danach machen sich die Nachbarn ans Binden des Kranzes. Meter für Meter entsteht in Handarbeit, die Blumen werden mit viel Geschick geschnitten, gewickelt und in Form gebracht.

In der Kreuzfeldstraße sind die Nachbarn dafür putzmunter auf den Beinen. Günter und Yvonne Parlmeyer, Mia Schulte, Jan und Anja Ehlert, Kurt und Ulla Gelhot, Sabine und Markus Nüsse, Marlies und Heinrich Gilling, Manfred und Hilde Flitner, Eva Brauer, Roman Anacker, Brigitte Borgelt, Sandra und Peter Severin und Hedwig Borgelt – sie alle helfen mit, damit das Zuhause des Königs in edlem majestätischem Glanze erstrahlen kann.

Bis der Kranz dann am Donnerstag, einen Tag vor dem Auftakt des Schützenfestes, aufgehängt wird, lagert er im kühlen Keller. „Die Nachbarn kommen zwischendurch gerne zum ‚Gießen‘ vorbei“, schmunzelt Robert Overbeck, „schließlich soll ja auch alles prächtig grün bleiben.“

Geschmückt werden auch die Königskutschen, schließlich soll alles zum alljährlichen Fest der Feste prächtig aussehen. Ein Zwei- und ein Vierspänner waren in diesem Jahr im Einsatz, König Robert I. Overbeck und seine Königin Sabine II. Nesemeyer fuhren damit also standesgemäß und wahrhaft königlich vor.

Auf der Internetseite des Wellinger Schützenvereins werden die Tage bis zum nächsten Schützenfest bereits angezählt. Und ganz bestimmt haben auch die Nachbarn der neuen Majestäten schon ihren Musterkoffer bereit stehen.