Passend zur Weihnachtszeit Bio-Eierlikör aus dem Hühnermobil vom Elshof in Melle-Buer


Buer. Eierlikör hat in der Weihnachtszeit Hochsaison. Passend dazu produzierten Therese und Carl-Philipp Brinkmeyer vom Elshof in Buer die erste Charge ihres Bio-Eierlikörs. Das junge Ehepaar hat den Elshof im Sommer 2016 übernommen und will dort einen komplett ökologischen Betrieb aufbauen.

Zunächst schafften sich die Eheleute drei Mutterkühe der Rasse Rotes Höhenvieh an. Seit Oktober 2017 bereichern etwa 220 Legehennen und drei Hähne den Elshof an der Osnabrücker Straße 33 in Buer. Die leben in einem Hühnermobil. Das bedeutet, der Stall steht nur etwa ein bis zwei Wochen an der selben Stelle. Dann wird er mit dem Trecker auf frisches Grün gezogen. „Hühner sind von Natur aus scheue Tiere, die den Stall als Rückzugsort nutzen“, erklärte Therese Brinkmeyer im Gespräch mit unserer Redaktion. (Weiterlesen: SuS Buer verkauft Bio-Eierlikör auf Weihnachtsmarkt)

Grundwasser geschont

Das Problem bei einem fest installierten Stall bestehe darin, dass sich die Hühner stets auf der Fläche vor dem Eingang zum Stall tummelten. Nach und nach sei dann dort alles Gras abgepickt. „Dort sammelt sich auch vermehrt der Hühnerkot“, führte Jörn Bender, Berater des Biokreises im Erzeugerring NRW, aus. Er berät die Brinkmeyers beim Aufbau ihres Bio-Hofes. Dann würden nicht nur die Hühner in ihrem eigenen Dreck herumlaufen , sondern auch das Grundwasser verschmutzt. (Weiterlesen: Hühner-Express rollt in Melle von Wiese zu Wiese)

Sattes Eigelb

Ein mobiler Stall gehe dieser Gefahr aus dem Weg. „Die Hühner behalten ihren gewohnten Rückzugsort und haben zusätzlich immer frisches Gras und das Grundwasser bleibt sauber“, erklärt Brinkmeyer, die schon ein Studium der ökologischen Landwirtschaft in Kassel abgeschlossen hat und derzeit im Masterstudiengang für Agrar- und Lebensmittelwirtschaft an der Hochschule Osnabrück studiert. Weil die Hühner immer frisches Gras zur Verfügung haben, nehmen sie entsprechend viele Carotine auf, die dem Eigelb und somit auch dem Likör eine satte Farbe verleihen. „Ein Hühnermobil bringt die hochwertigsten Eier hervor. Die Haltung ist sehr tiergerecht, ist aber auch entsprechend teuer“, erklärte Bender.

Produktion im Münsterland

Zunächst legten die Hühner noch nicht so viele Eier. Nach und nach wurden es aber so viele, dass die Brinkmeyers nicht alle verkaufen konnten. Trotzdem suchten die Jungunternehmer eine Möglichkeit, die hochwertigen Eier angemessen zu verwehrten. Zunächst experimentierten sie mit der Küchenmaschine selber an einem Eierlikör herum. Über den Biokreis NRW, in dem der Elshof Mitglied ist, entstand dann der Kontakt zu Johannes Hillmann, der in Schöppingen im Münsterland einen Bio-Hof betreibt und bereits Eierlikör herstellte.

Weihnachtsgeschenk

Gemeinsam feilten die Bio-Bauern an der Rezeptur. Dazu gehören ausschließlich Bioprodukte. Neben Bourbon-Vanille und Rohrzucker verwenden die Brinkmeyers Sahne und Weizenkorn. Auf einen Liter Bio-Eierlikör kommt zudem das Eigelb aus 14 Eiern. Eine 350-Milliliter-Flasche des Likörs verkaufen die Brinkmeyers auf ihrem Hof für je 14 Euro. Passend zur Weihnachtszeit war die erste Charge mit 100 Flaschen fertig. Davon sind aktuell noch etwa 30 Flaschen zu haben. „Der Likör ist ein beliebtes Weihnachtsgeschenk geworden“, sagt die 27-Jährige.

Der Biobetrieb Elshof soll Stück für Stück wachsen, denn in einigen Jahren wollen die Brinkmeyers ausschließlich von der Landwirtschaft leben. Für die Zukunft planen die beiden mit der Haltung von Öko-Schweinen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN