Prozess seit über einem Jahr Zeuge belastet Meller Autoverkäufer vor Gericht

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Der Prozess gegen einen Autoverkäufer aus Melle zieht sich seit einem Jahr hin. Foto: Michael GründelDer Prozess gegen einen Autoverkäufer aus Melle zieht sich seit einem Jahr hin. Foto: Michael Gründel

Osnabrück/Melle. Seit über einem Jahr wird vor dem Landgericht Osnabrück verhandelt: Der Autoverkäufer eines Meller Autohauses und ein Vermittler sind angeklagt, nicht kreditwürdigen Kunden Fahrzeugfinanzierungen mithilfe gefälschter Unterlagen ermöglicht zu haben. Nun ist ein neuer Zeuge aufgetaucht, der den Automobilverkäufer schwer belastet.

Seit Beginn der Hauptverhandlung hält der nämlich daran fest, dass er unschuldig sei und von den Machenschaften des Vermittlers und diversen gefälschten Unterlagen nichts gewusst habe. Am Donnerstag behauptete ein Zeuge allerdings das Gegenteil. Der war nach eigenen Angaben bei verschiedenen Terminen im Autohaus dabei, vieles sei ihm damals komisch vorgekommen.

Er berichtete, dass Kunden – zu denen auch teilweise Mitglieder seiner Familie gehört haben sollen – sowohl dem Vermittler als auch dem Autoverkäufer Bargeld für die Realisierung einer Fahrzeugfinanzierung gegeben haben sollen. „1000 bis 1500 Euro, das kann ich bestätigen, ja“, sagte der Zeuge.

Gefälschte Lohnabrechnungen

Er habe zudem auch Lohnabrechnungen gesehen, die offensichtlich gefälscht gewesen sein sollen. „Der bekam ja nur Hartz Vier, das weiß ich ganz sicher“, nahm der Zeuge Bezug auf ein spezielles Beispiel, das ihm der Richter vorhielt. Von den Machenschaften, die sich in dem Meller Autohaus abgespielt haben sollen, wüssten viele in Melle und Umgebung, wie der Zeuge berichtete. „Jeder wusste, dass er dort für 1000 Euro ein Auto und dann eine Finanzierung bekommt. Sowas spricht sich eben schnell rum, Melle ist ja nicht so groß.“

Insider-Informationen

Der Zeuge selbst hatte sich erst vor einiger Zeit schriftlich bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück gemeldet und Insider-Informationen zu dem Fall angeboten. Eigenen Angaben zufolge in der Hoffnung, Vorteile für seinen seit einigen Monaten andauernden Haftaufenthalt in der JVA Osnabrück zu erlangen.

Die Verteidigung des Automobilverkäufers hat nach der Aussage des Zeugen einen Beweisantrag gestellt. Demnach sollen einige der Zeugen, die bereits ausgesagt haben, erneut geladen werden, um ihre Aussagen möglicherweise als Falschaussage zu entlarven. Ob die Zeugen bei erneutem Erscheinen vor Gericht aber überhaupt aussagen werden, ist unklar – schließlich müssen sie sich selbst nicht belasten.

Das Gericht wird darüber beraten, ob dem Beweisantrag stattgegeben wird. Die Fortsetzung der Hauptverhandlung ist für den 19. Dezember angesetzt.


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