Modellbahner öffnen ihre Anlage Meller Geschichte im Miniaturformat

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Melle. Bei den Advents-Fahrtagen des Modellbahnclubs Melle kommen Nostalgie- und Modellbahnfans gleichermaßen auf ihre Kosten.

In ihren Clubräumen am Maschweg drehen die Modellbahner seit fünf Jahren in liebevoller Detailarbeit am Rad der Zeit. Denn mit einem Teil ihrer HO-Anlage bringen sie im Maßstab 1:87 ein Stück Meller Geschichte auf die Platte. Dabei beschränkt sich die zweigleisige Bahnstrecke zwischen Bruchmühlen, Melle und Westerhausen mit ihren rund 80 Schienenmetern nicht auf die markanten Bahnhöfe. Vielmehr schufen die Modellbahner entlang der Gleise ein detailreiches Bild des Grönegaus in den 70er Jahren.

Da kreist das kleine Segelflugzeug noch über der Wiese, auf der später der Segelflugplatz entstehen würde. Der Meller Bahnhof ist noch um einige Meter und Güterschuppen länger. Selbst die Werbung an der Plakatwand ist unzweifelhaft älteren Datums. Am Ende der Anlage lädt das Grönenbergmuseum mit Kotten, Speicher und Remise zum Besuch ein. Der detailgetreue Nachbau fordert Maßarbeit im Kleinformat. Denn auf fertige Bausätze können die Baumeister des Clubs in der Regel nicht zurückgreifen.

Selbst ausgemessen

Den Bruchmühlener Bahnhof habe er selbst mit seiner Frau ausgemessen und von allen Seiten fotografiert, verrät Club-Initiator Uwe Ludwig. Maßstabsgetreu werden dann alle Einzelteile aus Pappe, Holz und Modellbauplatten angefertigt. Doch Schienen und Gebäude machen nur einen kleinen Teil der Arbeit aus. Denn es sind gerade die vielen, liebevoll platzierten Kleinigkeiten, die den Reiz der Anlage ausmachen. Und die ist, wie Helmut Nolte nur zu gut weiß, niemals wirklich fertig: „Man kann immer noch weiter ins Detail gehen.“

Eine Spur von Sägemehl

Da erhält der Holzstoß noch einen Arbeiter mit einer Säge. Zerkleinerte Scheite kommen hinzu, dann noch eine Spur von Sägemehl: „Da lässt sich noch eine Menge machen“, urteilt Nolte mit Blick auf die Anlage, die ohnehin in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist. Denn der Blick auf die Meller Bahngeschichte wird mittlerweile ergänzt um eine frei gestaltete Mittelgebirgslandschaft mit weiteren 60 Metern Schienenlänge, deren größter Blickfang sich – ganz wie in der Realität – ein Stück hinter dem Meller Bahnhof darbietet.

Nachbau der Burg

Dort erhebt sich auf einer Anhöhe nicht nur die in zahlreichen Stunden nachgebaute Diedrichsburg. Ganz neu zudem ist der Nachbau des Weberhauses, das an ihrem Fuß die Gäste auf die Veranda lockt. Gegenüber haben die Aktiven des Clubs noch einen Platz freigelassen. Denn die 70er Jahre in Melle – das war auch die Blütezeit des Märchenwaldes. Und der könnte zumindest in Teilen schon bei den Adventsfahrtagen im kommenden Jahr zu bewundern sein.

Bis dahin dürfte auch die neue Anlage Spur N erste Gestalt angenommen haben, die N-Bahner Harald Schierholz derzeit in einem Nebenraum erstellt. An Ideen mangelt es den Meller Modellbahnern jedenfalls nicht. Und damit stoßen sie alljährlich auf ein breites Echo: Rund 300 Besucher erwartet Uwe Ludwig an beiden Öffnungstagen in den Clubräumen.

Die sind für kleine und große Fans erneut am Sonntag, 10. Dezember, von 11 bis 16 Uhr geöffnet sind.


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