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26.11.2017, 17:19 Uhr KOMMENTAR

Nicht immer ist häusliche Gewalt in Melle sichtbar

Ein Kommentar von Kirsten Muck


Wenn aus Liebe Gewalt wird: Frauen sind ihren Partnern oft hilflos ausgeliefert. Foto: Maurizio Gambarini/dpaWenn aus Liebe Gewalt wird: Frauen sind ihren Partnern oft hilflos ausgeliefert. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Melle. Häusliche Gewalt trifft in über 80 Prozent der Fälle Frauen – und sie nimmt zu. Über 100000 Frauen wurden laut BKA im Jahr 2015 Opfer von Gewalt. Deshalb muss das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Denn nur, wenn man darüber redet, bleibt es in den Köpfen der Menschen und trägt dazu bei, dass Menschen sensibler auf Warnzeichen reagieren, meint unsere Kommentatorin.

Häusliche Gewalt hat viele Facetten. Manche sehen Außenstehende, nämlich die Körperverletzungen. Viele andere Facetten sieht jedoch niemand: die Bedrohung, Nötigung, Beleidigung, Freiheitsberaubung, Sachbeschädigung oder das Stalking. Das passiert oft in den vier Wänden, in denen das Opfer und der Täter alleine sind. Oft sind auch noch Kinder dabei, die miterleben müssen, wie ihre Mutter oder sie selbst Opfer von Gewalt werden. Die Betroffenen, die sich niemandem anvertrauen, und nicht den Mut finden, aus dem Teufelskreis auszubrechen, bleiben oft jahrelang alleine mit ihrer Not. Deshalb muss das Thema raus aus der Tabuecke und rein in die öffentliche Diskussion.


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