Aktionstag will auf Tabuthema aufmerksam machen Häusliche Gewalt in Melle ist häufiger als Einbrüche

Martina Ewert

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Setzen sich dafür ein, dass häusliche Gewalt kein Tabuthema bleibt: Marita Feller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Anette Fangmeyer von der Meller Polizei, Annegret Mielke und Heike Bartling von der Beratungsstelle BISS. Foto: Martina EwertSetzen sich dafür ein, dass häusliche Gewalt kein Tabuthema bleibt: Marita Feller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Anette Fangmeyer von der Meller Polizei, Annegret Mielke und Heike Bartling von der Beratungsstelle BISS. Foto: Martina Ewert

Mit einem Aktionsstand auf dem Rathausplatz wurde am Samstag auf den Anti-Gewalt-Tag aufmerksam gemacht. „Farbe bekennen – Nein! zu häuslicher Gewalt“ war das Motto der Aktion.

Ein starkes Team bildeten Anette Fangmeyer, Kriminalhauptkommissarin vom Polizeikommissariat Melle, Heike Bartling seitens der BISS, Stefanie Tigler als Kirchenkreissozialarbeiterin, Marita Feller als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Melle und Annegret Mielke als ehrenamtliche Unterstützerin.

Die Aktion wurde seitens der BISS initiiert. BISS ist eine Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt in Stadt und Landkreis Osnabrück. Das Präventionsteam der Polizei sowie das Fachzentrum gegen Gewalt für Täterarbeit und Opferschutz, Faust, waren an der Durchführung beteiligt.

Viel Mut und Kraft

Anette Fangmeyer rief dazu auf, nicht zu schweigen. Und lieber ein mal öfter die 110 als Notruf zu wählen als ein mal zu spät. „Häusliche Gewalt ist häufig ein Tabuthema. Dabei sind Fälle häuslicher Gewalt aber häufiger als Einbrüche“, stellte sie die Fakten dar. Nur sind es bei häuslicher Gewalt oftmals die stillen Fälle, das mediale Interesse und die Aufmerksamkeit liegen woanders. „Es gehört sehr viel Mut und Kraft dazu, den Schritt zu gehen und sich Hilfe zu holen, alleine zu leben und vielleicht eine Trennung zu meistern“, erklärt Fangmeyer.

Wichtig zu wissen sei, dass Mann und Frau Hilfe erhalten können. „Hier in Melle gibt es ein sehr gutes Netzwerk“, sagte Stefanie Tigler. Die Frauen in den Beratungsstellen der verschiedenen Institutionen arbeiten engmaschig zusammen. So gibt es in Melle ein Hochrisikofallmanagement. Gemeinsam mit dem Opfer wird eine Checkliste erarbeitet. Bedarf es besonderer Behandlung und Vorgehensweise in Sachen Opferschutz und Sicherheit, werden besondere Schritte eingeleitet.

Handeln und Helfen

Gewalt sei vielschichtig, erläuterte Heike Bartling. Mütter, die wegschauen, würden auch indirekt zu Täterinnen. Täterberatung sei auch Opferschutz. Sexuelle Gewalt, häusliche Gewalt, Missbrauch an Kindern: Der Aufruf ist, hinzusehen, zu handeln und zu helfen, nicht die Augen zu verschließen.

Annegret Mielke ist es eine Herzensangelegenheit, dass Frauen vernetzt sind und „Frauen den Mut haben, das Thema anzusprechen und transparent zu machen.“ Es sollte eine höhere Sensibilität gegen Gewalt erzielt werden, insbesondere bei Gewalt gegen Kindern, die oftmals keine Stimme vertritt.

Unter der Telefonnummer 05439/607137 können Beratungstermine vor Ort im Meller Stadthaus am Schürenkamp vereinbart werden. Weitere Informationen zu dem Thema sind unter www.osnabrueck-gegen-gewalt.de zu finden.


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