Container als Lösung In Melle fehlen fünf Krippengruppen und eine Kitagruppe

Kitaplätze sind zwar da, dafür mangelt es in Melle nun an Räumen. Deshalb bekommen viele Kitas zusätzlich Container. Foto: Kirsten MuckKitaplätze sind zwar da, dafür mangelt es in Melle nun an Räumen. Deshalb bekommen viele Kitas zusätzlich Container. Foto: Kirsten Muck

Melle. Es wird weitere Containerlösungen an Kindergärten in Melle geben. Das wurde im Ausschuss für Bildung und Sport klar. Zum 1. August 2018 kommen die Kitas in Bruchmühlen, Riemsloh und Neuenkirchen in Bedrängnis, sodass die Verwaltung im Ausschuss vorschlug, auch in diesen Stadtteilen die Raumnot mit Containern zu lindern.

Mittlerweile werden 59 Prozent der unter Dreijährigen in Melle in einer Krippe oder Tagespflege betreut. Aufgrund steigender Geburtenzahlen wird der Bedarf an Krippenplätzen in den nächsten Jahren weiterhin steigen. Der Landkreis Osnabrück prognostiziert, dass der Anstieg der Geburtenrate frühestens im Jahr 2026 wieder fallen wird. In Melle ist der Trend schon seit einigen Jahren abzulesen. Im Vergleich zu 2014 beispielsweise ist die Zahl der Geburten von 342 auf 403 im Jahr 2016 gestiegen. Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor. Hinzu kommen Kinder aus Familien, die in die neu erschlossenen Baugebiete in Melle ziehen. Vor allem Bruchmühlen verzeichnet gerade einen großen Zuzug aus dem angrenzenden westfälischen Gebiet.

Plätze aufstocken

Um den Eltern in Melle Krippen- und Kitaplätze anbieten zu können, stockt die Stadt gemeinsam mit den Trägern in den Stadtteilen die Zahl der Plätze massiv auf. Doch nicht jeder Kindergarten hat den Platz, um die Kinder aufzunehmen. Die Planungen basieren auf den bislang eingegangenen Anmeldungen für das kommende Kitajahr. Bis zum 30. November können Eltern ihre Kinder noch über das Online-Portal der Stadt anmelden. Die Situation in den Ortsteilen stellt sich zum Sommer 2018 nun so dar:

  • Melle-Mitte: Aufgrund der in diesem Sommer eröffneten Else-Kita ist die Situation in diesem Stadtteil entspannt. Der Bedarf an Krippen- und Kitaplätzen kann abgedeckt werden.
  • Gesmold: In diesem Stadtteil zeigt sich derzeit ein Defizit von acht Krippenplätzen. Die Verwaltung geht davon aus, dass diese acht Plätze auch von Tagespflegemüttern oder Krippen in Melle-Mitte abgedeckt werden können.
  • Oldendorf: Die Container am DRK-Kindergarten lindern zwar vorübergehend die Raumnot. Doch langfristig muss der dauerhafte Bedarf an Kita- und Krippenplätzen anders gelöst werden. Das ist der Verwaltung klar. Solange die Kleingruppe im Albert-Schweitzer-Kindergarten im nächsten Sommer weiter bestehen darf, gibt es im Stadtteil nach heutigem Stand keinen weiteren Bedarf an Krippen- und Kitaplätzen.
  • Buer: In Buer gibt es bereits jetzt deutlich mehr Anmeldungen für Krippenplätze, sodass der Bedarf nicht gedeckt werden kann. Frei werdende Plätze sind schon wieder belegt. Die Stadt weist für das Kitajahr 2018/19 einen Mangel von zwölf Krippenplätzen aus. Die Stadt zieht eine Betreuung über Tagespflegemütter in Erwägung. Da das Kinderhaus Buer eh erweitern möchte, um den Raumbedarf zu decken, soll nun geklärt werden, ob über diese Erweiterung nicht auch der Mangel an Krippenplätzen behoben werden kann. Auch die evangelische Kirchengemeinde hat signalisiert, dem Martin-Kindergarten Räume zur Verfügung zu stellen, die im Moment noch von der Kirchengemeinde genutzt werden.
  • Bruchmühlen: Schon jetzt ist klar, dass zum nächsten Sommer in Bruchmühlen mindestens zwölf Krippen- und 22 Kindergartenplätze fehlen. Und die Bedarfe, die die Familien in den Neubaugebieten eventuell haben, sind in dieser Berechnung noch nicht einmal drin. Deshalb soll am Lukas-Kindergarten im Sommer eine weitere Kindergartengruppe entstehen, die dann aber in einem Container untergebracht wird. Auch in der Kita Grashüpfer soll noch eine Gruppe eingerichtet werden, allerdings für Krippenkinder. Auch diese Gruppe würde in einem Container untergebracht werden. Die Träger beider Kitas möchten die Einrichtungen vergrößern, um dauerhaft genügend Plätze anbieten zu können.
  • Riemsloh: Auch in Riemsloh zeichnet sich bereits jetzt ein erheblicher Mangel ab: 12 Krippenplätze und 26 Kiga-Plätze fehlen zum 1. August 2018. Es werden also künftig eine Krippen- und eine Kindergartengruppe benötigt. Bislang sind viele Eltern, die in Riemsloh keinen Platz bekommen haben, auf benachbarte Stadtteile ausgewichen. Doch auch dort wird es nun eng. Deshalb soll es an der Kita St. Johann auch eine mobile Lösung für eine zusätzliche Krippengruppe geben.
  • Neuenkirchen: Mindestens 27 Krippenplätze fehlen in Neuenkirchen. 25 Kinder im Alter von 0 bis 1 Jahr sind bereits zum 1. August angemeldet worden. Hinzu kommen derzeit 21 Anmeldungen für Zweijährige. Frei werden jedoch nur elf Krippenplätze. Einige dieser Kinder können in den altersgemischten Gruppen untergebracht werden. Allerdings müssen diese Kinder mindestens zwei Jahre alt sein. Die Lösung der Stadt, die gemeinsam mit den Kitaleitungen vor Ort erarbeitet wurde, sieht nun den Aufbau von zwei Krippengruppen am Montessori-Kindergarten vor. Die Kinder ziehen dann in Container.
  • Wellingholzhausen: Die in diesem Jahr erfolgte Aufstockung der Krippenplätze in Wellingholzhausen reicht noch nicht aus, um den Bedarf für das nächste Kitajahr zu decken. Es fehlen sechs Krippenplätze und elf Kitaplätze. Derzeit prüft die Stadt, ob mit dem Aufstellen eines weiteren Containers eine Kindergartengruppe eingerichtet werden kann.

Insgesamt fehlen in Melle fünf Krippengruppen und eine Kindergartengruppe. Da diese jedoch überwiegend durch mobile Lösungen geschaffen werden sollen, waren die Ausschussmitglieder zufrieden mit der Lösung. Schließlich bleibt kein Kind auf der Straße stehen. Allerdings mahnten mehrere Politiker die baulichen Erweiterungen der Kitas an, damit die Container nicht zur Dauerlösung werden.


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