36 Bilder eingereicht Fotowettbewerb an der IGS macht Unsichtbares sichtbar


Melle. Das Auge zu schärfen für das Religiöse im Alltag, um diese Erfahrungen dann zu reflektieren: Darum ging es in dem Fotowettbewerb „Das Unsichtbare sichtbar machen“ der beiden EF-Kurse Evangelische Religionslehre von Johanna Behrens an der IGS Melle.

„Magische Momente, Momente der Geborgenheit und des Wohlfühlens, Augenblicke der absoluten persönlichen Hingabe, Sekunden, in denen die Zeit still zu stehen scheint und man ein Gefühl dafür bekommt, ganz in sich selbst zu sein oder aufzugehen in einem großen Ganzen“, sagt Behrens, das seien alltägliche Lebenserfahrungen von Jugendlichen, die durchaus häufig eine religiöse Komponente hätten – und ihren Platz im Unterricht.

Große Vielfalt

36 Fotos wurden für den Wettbewerb eingereicht. Gebrochene Lichtstrahlen, die – eingefroren durch den Akt der Fotografie – durch die Baumkronen auf dem Waldboden zu tänzeln scheinen, Sonnenuntergänge in warmen Rot- und Orangetönen oder verschneite Ski-Loipen in einer Wintermärchenlandschaft, genauso wie Fotografien eigener Ölgemälde oder der nackten Füße in der wohligen Wärme des eigenen, von den Bildern der Familie und Freunden umrandeten Bettes: „Die Beiträge zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus“ erzählt Behrens erfreut über die vielen Perspektiven auf das Thema, die sich hierdurch eröffneten.

Suche nach Religion

Die Kursteilnehmer wählten in der anonymen Wahl nach der Ausstellung im Foyer eine Fotografie von Jan Schlienfeld zum überzeugendsten Bild. Der 17-Jährige liegt mit dem Rücken auf dem Boden, den Blick in den Himmel gerichtet. „Jan konnte mit diesem Foto seine persönliche Sicht auf die in ihm wohnende Sehnsucht nach Gott und damit das Unsichtbare sichtbar machen“, so Behrens. „Er stellte in einer für die Kursteilnehmer überzeugenden Art und Weise die Suche nach Religion oder einem religiösen Moment dar.“

Den zweiten Platz teilten sich Jonathan Rietig und Lea Hoffmann.

Im Unterricht thematisiert

Worin die religiöse Dimension der einzelnen Bilder besteht, wurde im Nachgang an die Ausstellung der 36 Fotografien auch im Unterricht thematisiert. „Was ist Religion, was für eine Funktion haben Ersatzreligionen wie Fußball, Marken- oder Körperkult?“ Diese Fragen würden in der Einführungsphase diskutiert, sagte die Lehrerin. Dass dies durch den Fotowettbewerb eine solch persönliche Relevanz für die Schüler habe, freute Behrens besonders.