Symbol für Migration Kulturpreis „Meller Else 2017“ für Manuel Virnich

Von Marita Kammeier

Der Kulturpreis „Meller Else 2017“ geht an Manuel Virnich vom Mapili-Theater aus Nahrendorf/Lüneburg. Jurymitglied Helga Lienenbrink, Christina Tiemann und Charlotte Specht (Volksbank) bei der Preisverleihung. 

            
Fotos: Marita KammeierDer Kulturpreis „Meller Else 2017“ geht an Manuel Virnich vom Mapili-Theater aus Nahrendorf/Lüneburg. Jurymitglied Helga Lienenbrink, Christina Tiemann und Charlotte Specht (Volksbank) bei der Preisverleihung. Fotos: Marita Kammeier

Melle. Sprachlos vor Glück war der Puppenspieler Manuel Virnich, als er am Sonntagabend zum Abschluss des zweitägigen Puppenspielfestivals den Kulturpreis „Meller Else 2017“ erhielt. Damit hatte der Gründer des Lüneburger Mapili-Theaters nicht gerechnet, denn es ist bereits seine zweite Else.

Als Jurymitglied Helga Lienenbrink bei der Preisverleihung im Forum die sechs renommierten Bühnen aus ganz Deutschland vorstellte, war die Anspannung im Saal deutlich spürbar. Natürlich hatte jeder der Akteure die Hoffnung, den begehrten Preis zu gewinnen. Es ist eine schwierige Branche, die sich seit langer Zeit mit viel Idealismus, Leidenschaft und Veränderung behauptet.

Lieblinge des Publikums

„Alle Puppenspieler sind an diesem Wochenende Lieblinge des Publikums geworden. Leider kann nur einer die Bronzestatue erhalten“, betonte die Theaterpädagogin, während sie die Entscheidung der unabhängigen Jury verkündete. Es sei ein sensibles Stück der leisen, unaufdringlichen Töne, wo Migration, Rücksichtnahme und der Wunsch, fern der Heimat ein Zuhause zu finden, in unauffälliger Weise thematisiert werden.

Die Jury aus jugendlichen und erwachsenen Fachleuten mit den Kernkompetenzen Theaterpädagogik, Kultur, Journalismus und Freilichtbühne wählte das Mapili-Theater aus, das der Schauspieler Manuel Virnich im Jahr 2002 gründete. „Meine Idee war es, ein Stück für Kinder über Migration zu schreiben“, erzählte der Puppenspieler.

Wie bringe ich das am besten rüber? Bei diesen Überlegungen kam die Schildkröte als Symbolträger ins Spiel. „Was passiert, wenn sie ihren Schutzpanzer verliert?“ So entstand die Geschichte vom kleinen Glück mit „Simon und Nuna - Spaghetti, Sturm und Fahrradhelm.“

Lebendige Geschichten

„Wir haben alle mitgefiebert“, berichtete die stellvertretende Bürgermeisterin Christina Tiemann. Ihr besonderer Dank galt den Organisatorinnen vom Kulturamt, Astrid Voß und Maren Kleine-König, sowie den Sponsoren. Charlotte Specht als Vertreterin des Hauptsponsors, der Volksbank Bad Laer-Borgloh,Hilter-Melle lobte die Akteure: „Was kann schöner sein, als ein Nachmittag, den Eltern und Kindern gemeinsam mit lebendigen Geschichten vor der Bühne erleben.“

Zur Jury gehören: Renate Claassen, Helga Lienenbrink, Felina Spielvogel, Marie-Chantal Hakemeyer, Marie Pabst, Rosa Koepsel und Marita Kammeier.

Im Anschluss an die Siegerehrung zeigten Dagmar Selje und Simone Tank von den Bielefelder Puppenspielen als Preisträgerinnen vom vergangenen Jahr das Stück „Hase und Igel“. Die neue Inszenierung mit ironischer Kommentierung des Fitnesswahns begeisterte kleine und große Zuschauer gleichermaßen.