Staatsanwalt sagt aus Geplatzte Finanzierungen in Meller Autohaus

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In einer Marathonverhandlung versucht das Landgericht Osnabrück, Klarheit in die Vorgänge um Fahrzeugfinanzierungen zu bringen. Foto: Michael GründelIn einer Marathonverhandlung versucht das Landgericht Osnabrück, Klarheit in die Vorgänge um Fahrzeugfinanzierungen zu bringen. Foto: Michael Gründel

Melle/Osnabrück. Die geplatzten Finanzierungen in einem Meller Autohaus waren am Donnerstag erneut Thema vor dem Landgericht Osnabrück. Ein Staatsanwalt aus Detmold sagte als Zeuge aus. Ein bislang anonymer Mann war im Mai 2013 zu ihm gekommen, um Anzeige zu wegen illegaler Machenschaften zu erstatten.

Mit gefälschten Lohnabrechnungen waren rund 20 Finanzierungen in dem Meller Autohaus zustande gekommen. Laut Anklage sind ein Autoverkäufer und ein Mittelsmann beteiligt, der bereits gestanden hat. Der Autoverkäufer beharrt weiter darauf, unschuldig zu sein.

Der Staatsanwalt aus Detmold, der die anonyme Anzeige damals aufnahm, berichtete, dass der Anzeigeerstatter damals auch einen anderen Verkäufer des Autohauses als Schuldigen auf der Homepage identifizierte.

„Er sagte, dass da wohl eine größere Sache laufen soll“, sagte der Staatsanwalt aus. Den Angaben des bislang noch anonymen Anzeigenerstatters zufolge sollen mehrere Autohäuser in den Betrugsskandal verwickelt sein und nicht kreditwürdigen Kunden mithilfe gefälschter Unterlagen eine Fahrzeugfinanzierung ermöglicht haben. Das Autohaus aus Melle sei anscheinend nur eines von vielen.

Konkretes Beispiel

Als konkreten Fall konnte der Mann dem Staatsanwalt eine bestimmte Fahrzeugfinanzierung nennen, anhand der die Missstände ab Frühjahr 2013 aufgedeckt werden konnten.

Besagter Finanzierungsnehmer sitzt derzeit wegen eines anderen Deliktes in der JVA Koblenz. Ob er noch aussagen wird, ist unklar.

Auf der Suche nach dem Unbekannten konnte das Gericht einen kleinen Erfolg verbuchen. Sie hatten einen Mann aus Bad Salzuflen geladen, der den selben Vornamen wie der Gesuchte hat und in der örtlichen Autoszene bekannt ist. Er konnte dem Richter den korrekten Nachnamen des Gesuchten geben, sonst aber nichts zu den einzelnen Fällen beitragen.

Neuer Zeuge

Am nächsten Verhandlungstag, der am 3. November um 9.30 Uhr beginnt, könnte der nun namentlich bekannte Mann erklären, warum er seinerzeit die Anzeige erstattet hatte, die in Folge einen Betrugsskandal im großen Stil aufdeckte. Möglich ist, dass ihm selbst eine Finanzierung angeboten wurde, die aus bislang unbekannten Gründen scheiterte.

Marathonverhandlung

Rund ein Jahr läuft die Marathonverhandlung vor dem Landgericht Osnabrück mittlerweile. Zahlreiche Zeugen sagten bisher aus, knapp 20 Autos wurden durch die finanzierenden Banken eingezogen. In einer offensichtlichen Sisyphusarbeit reihte das Gericht Puzzleteil um Puzzleteil aneinander, um Licht in die Sache zu bringen.

Mit der Aussage des neuen Zeugen wird sich die lange Kette der Beweisaufnahme möglicherweise schließen. Der Vorsitzende Richter kündigte zumindest an, dass etwa Mitte November mit den Plädoyers zu rechnen sei.


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