Automobilslalom von zwei Clubs Röhrende Motoren bei feinstem Wetter auf Flugplatz in Melle

Von Martina Ewert


Melle. Am Sonntag veranstalteten der AMC Hoyel und der AC Melle jeweils einen Automobilslalom auf dem Segelflugplatz in Eicken-Bruche. Die Veranstaltung wurde zur Automobilslalommeisterschaft des ADAC Weser-Ems, zum ADAC Youngster-Slalom CUP OWL und zum Nordwestdeutschen Slalomcup 2017 gewertet.

Auf zwei getrennten Strecken wurden die Rennen durchgeführt, aufgrund der großzügigen Platzverhältnisse konnten beide Kurse direkt hintereinander aufgebaut werden. Mit Pylonen wurde jeweils ein Slalomparcours auf rund 1000 Metern aufgebaut. Die Pylonen sind aus Weichplastik und beschädigen im Falle eines Kontaktes das Fahrzeug nicht.

Für die Starter aus dem Nord- und westdeutschen Raum hat der Meller Automobilslalom den besonderen Charme, dass doppelt Punkte eingesammelt werden können: zum einen vergeben in den Rennen des AMC Hoyel, zum anderen in denen des AC Melle.

Youngster-Cup

Bei nur einer Anreise hat das Rennsportevent somit einen sehr wichtigen Charakter im Terminkalender für Rennsportbegeisterte. Als erste starteten Teilnehmer im ADAC Youngster Slalomcup. Es fanden ein Trainingslauf und im Anschluss direkt zwei Wertungsläufe statt. Hier wurde die Bestzeit bewertet, für je eine umgefahrene Pylone wurden drei Sekunden Strafzeit addiert.

Im ADAC Youngster Slalom Cup 2017 werden Nachwuchsfahrern drei Fahrzeuge seitens des ADAC gestellt, die gemeinsam genutzt werden. Es gibt zwei Leistungsklassen, bis 18 Jahren (ohne Führerschein) und von 18 bis 25 Jahren „Dies ist eine Einstiegsmöglichkeit für einen geringen Obulus in den Motorsport“, so Carsten Kröger vom AMC Hoyel. Hierfür kann sich jeder bewerben. Für viele Youngster, die aus diesem Förderprogramm kommen, ist es eine Vorstufe zum Rundstreckensport. „Die jungen Fahrer werden hier nicht zum Heizen animiert, sondern zum sicheren und beherrschten Fahren“ stellte Kröger fest.

Vorgabe setzen

Sieger in der Wertung zum ADAC Youngster Slalom Cup in der Kategorie A wurde Pascal Klose. Seit 2007 ist er im Motorsport aktiv, die Wurzeln lagen beim Kartfahren. „Autofahren macht aber auf jeden Fall mehr Spaß“, lacht der 18-Jährige, der seinen Führerschein in der Tasche hat.

Die Motorsportbegeisterung hat die gesamte Familie erfasst, Vater Michael fährt ebenso Rennen. Beruflich wird seine Laufbahn nach dem Fachabitur im kommenden Jahr in eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker münden, worauf er sich schon riesig freut.

Für das am Nachmittag durchgeführte Oldtimer Gleichmäßigkeitsrennen gilt zwar das gleiche Prinzip, aber es wird auf Gleichmäßigkeit gefahren. Dies bedeutet, dass die Fahrer sich mit der ersten gewerteten Zeit selbst eine Vorgabe setzen. Genau diese gefahrene Zeit sollte beim zweiten Wertungslauf wieder auf die Sekunde gefahren werden. Eine entstandene Differenz gilt als Strafpunkt.

180 Fahrer starteten auf dem Flugfeld. „Die Anzahl stagniert derzeit etwas, bis vor etwa zwei Jahren war die Fahrerzahl kontinuierlich zunehmend“, so Ralf Bietendüwel vom AC Melle. Auch wenn es den Organisatoren in den Fingern juckte, mitfahren durften die beiden Motorsportbegeisterten als Organisatoren und Fahrtleiter/Schiedsrichter nicht.

Tolle Gegebenheiten

Sicherheit steht ganz oben auf der Agenda der Organisatoren. Genaue Richtlinien setzen hohe Sicherheitsstandards, alle freiwilligen Helfer werden kontinuierlich geschult um eine schnelle Reaktionszeit im Notfall sicherzustellen. Zudem starteten alle Fahrer mit Helm.

Einen Ausblick auf die Zukunft des Motorsports zu wagen sei schwierig. Laut Kröger kann man mit Blick auf die Anschaffungskosten eines E-Autos nicht spontan auf Elektromobilität im Slalomsport setzen.

Sehr gute Noten bekommt die Veranstaltung für Organisation und Strecke von Stefanie Karbe (32) aus Lemgo. „Hier ist richtig was los, tolle Gegebenheiten, keine Gräben, Laternenmasten oder Bordsteine. Hier kann man sich das Auto nicht kaputt fahren“, so ihr Fazit.

Ihren flotten Fiat 500 mit knapp 200 PS fährt sie gemeinsam mit Vater Hans-Hermann Karbe, der mit 75 Jahren der älteste Starter war. Sie denkt aber praktisch: „Ein tolles Auto, aber im Straßenverkehr würde ich es nicht fahren. Spaß macht das nicht, da möchte ich schon mehr Komfort.“ Mit Spezialfahrwerk, Karosserieversteifungen und Schalensitzen ist es für den Slalomparcours aber perfekt.

Sieger in der Wertung zum ADAC Slalom Youngster Cup Pascal Klose mit seinem Vater Michael Klose.