Wackeldackel auf der Hutablage Oldtimerrallye „Rund um Melle“ mit 180 Schnauferln


Gesmold. Wenn Prinz, Käfer und Schneewittchen-Sarg auf Phantom oder Supermax treffen, dann ist die Zeit reif für das Oldtimertreffen des Automobilclubs (AC) Melle mit integrierter Oldtimerrallye.

177 Fahrzeuge gingen am Sonntag bei der Rallye „Rund um Melle“ vom Gelände des Autohauses Wulbusch an den Start. Besucher hatten also die Gelegenheit, einmal ganz aus der Nähe einen Blick auf und in die schmucken Schnauferl zu werfen.

Gehäkelte Kissen auf dem Sitz, Wackeldackel auf der Hutablage: Die Fahrzeugbesitzer lieben Details an ihren Oldtimern und sie fahren teils mit stilechter Kleidung aus der Epoche, in der ihr Auto vom Band lief. Die Besucher hatten am Sonntag ihre wahre Freude daran, zudem gab es von den Fahrzeugeignern interessante Geschichten rund um ihre geliebten Autos oder Motorräder.

Frauengespann

Mit dabei waren auch Christina Schumacher und Mirka van Maanen mit ihrem BMW 2002 Cabriolet. Am Hinterrad lag ein Maßband, eingestellt auf 66 Zentimeter und somit Vorbereitung für die dritte Wertungsprüfung. In dieser Prüfung musste das Fahrzeug im Abstand von 66 Zentimetern an einem Kantholz abgestellt werden. „Ja, wir üben schon“, gaben die beiden mit einem Augenzwinkern zu.

„Ich bin hier in Melle das erste Mal vor vier Jahren gefahren“, erzählte Mirka van Maanen, die als Beifahrerin im BMW mit der Startnummer 133 saß. Fahrerin Christina Schumacher blickt auf eine lange Liebe zu Oldtimern zurück: „Ich habe das erste Mal einen Oldtimer fahren dürfen, als ich drei Monate meinen Führerschein hatte.“ Den grünen BMW, mit dem die beiden Frauen an den Start gingen, hat der Vater von Christina Schumacher vor vielen Jahren gekauft. Die Liebe zu alten Schätzchen gab er seiner Tochter mit auf den Weg.

Neben dem Frauengespann warteten Oliver Schumacher und Roy van Maanen im blauen Lloyd LP 600 Alexander mit der Startnummer 132 auf den Start, 19 PS unter der Haube.

„Vieles an unseren Autos machen wir selbst“, verrieten Fahrer und Beifahrer. Das sonntägliche Ziel der Frauen verriet Christina Schumacher schmunzelnd: „Besser abschneiden als die Männer!“

Kontrollposten an der Schlossallee

Pünktlich um zehn Uhr ging es dann für die Startnummer eins und damit für Jürgen und Thorsten Hüttemann im Opel Kadett A auf die Strecke. Doch zuvor musste noch die erste Aufgabe gemeistert werden.

Bei der ersten von insgesamt fünf Wertungsprüfungen galt es für die Fahrer, im Startbereich eine Strecke von sechs Metern in möglichst genau 4,44 Sekunden zurückzulegen. Mittels Lichtschranken wurde die Zeit gemessen.

Lange über die gefahrene Zeit fachsimpeln ging nicht. Denn ohne anzuhalten mussten die Fahrzeuge weiter auf der festgelegten und mit entsprechenden Markierungen versehenen Route weiterfahren. Interessante Details zu Technik und Ausstattung der Fahrzeuge und die eine oder andere Anekdote erfuhren die Besucher im Startbereich von Friedel Bröcker, Experte der Oldtimersparte des AC Melle.

Im Gesmolder Industriegebiet wartete bei der Firma Spies die zweite Wertungsprüfung, dann führte die Route am Schloss Gesmold entlang in Richtung Westerhausen. Am Kontrollposten an der Schlossallee gab es von Tanja Schmidt und Friedhelm Vallowe für die Starter in der Konkurrenz nach den ersten etwa vier Kilometern einen Stempel in die Bordkarte.

Strahlende Sonnenblumen

Durch Föckinghausen und am Westerhausener Berg vorbei ging es über Oldendorf, Sehlingdorf, Buer, Tittingdorf, Barkhausen und Eicken-Bruche am Automuseum entlang zum Bayrischen Hof. Dort stand die Mittagspause auf dem Programm, die Teams hatten eine Stunde Zeit, um die Weiterfahrt über Altenmelle, Insingdorf, Küingdorf und Kerßenbrock, Wellingholzhausen und Dratum-Ausbergen bis nach Gesmold zu besprechen.

Gelobt wurde vielfach die Strecke durch den malerischen Grönegau, der sich mit Sonnenschein, strahlenden Sonnenblumen und Stoppelfeldern von seiner besten Seite zeigte. Sie führte die Starter unter anderem am Schloss Gesmold entlang, an Fachwerkbauten wie der Möhringschen Mühle in Westerhausen oder dem Meller Automuseum.

Am Nachmittag trudelten die ersten Fahrzeuge wieder bei Wulbusch ein. Gegen 18 Uhr wurden die Sieger gekürt. Alle Sieger und Platzierte unter www.ac-melle.de/download .


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