Jägerschaft bedauert Unfall Fischotter fällt in Melle Straßenverkehr zum Opfer

Von Simone Grawe

Auf der Redecker Straße in Dielingdorf wurde dieser Fischotter von einem PKW erfasst und getötet. Foto: Fritz MithöferAuf der Redecker Straße in Dielingdorf wurde dieser Fischotter von einem PKW erfasst und getötet. Foto: Fritz Mithöfer

Melle. Auf der Redecker Straße in Dielingdorf ist am Samstag ein Fischotter von einem Pkw erfasst und getötet worden. Die Jägerschaft Melle bedauert den Unfall auf der einen Seite sehr, andererseits sind die Jäger über die Präsenz eines Fischotters in Melle höchst erfreut.

Bei dem überfahrenen Fischotter handelt es sich nach Angaben des Vorsitzenden der Jägerschaft Melle, Fritz Mithöfer, um ein ausgewachsenes männliches Tier mit einer Gesamtlänge von 115 Zentimetern und einem Gewicht von 8,85 Kilogramm.

Ein Autofahrer, dem das angefahrene Tier aufgefallen ist, habe den Unfall gemeldet: „Der Verursacher hat die Kollision wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen und wird vermutlich auch keinen Schaden an seinem Wagen haben. Der Körper des Tieres ist fast unversehrt, es hat Kopfverletzungen“, beschreibt Fritz Mithöfer.

Fischotter galten in Melle seit Jahrzehnten als ausgestorben. Erste Hinweise auf seine Rückkehr gab es im Jahr 2015. Im Rahmen des Fischotter-Monitorings der Kooperation Lebensraum- und Artenschutz Melle (Klar Melle), zu der neben der Jägerschaft auch die Stiftung für Ornithologie und Naturschutz, die Stadt und das Landvolk Melle zählen, gelang es erst vor einigen Monaten, Fischotter durch Aufnahmen einer Wildtierkamera zu bestätigen. Diese Nachweise gab es an der Else und an der Warmenau: „Der jetzt überfahrene Fischotter hatte seinen Lebensraum offensichtlich am Violenbach“, berichtet Fritz Mithöfer.

Nächtliche Wanderung

Der Unfallort befindet sich in Dielingdorf an der Brücke über den Violenbach. Nach dem Gülleunfall vor gut zwei Jahren waren Experten nicht davon ausgegangen, dass der Fischotter auf absehbare Zeit den Violenbach als Lebensraum annimmt: „Der jetzige Otternachweis lässt jedoch vermuten, dass sich die Fauna des Fließgewässers langsam erholt hat. Die Natur regeneriert sich offenbar schneller als angenommen“.

Bei ihren nächtlichen Wanderungen verlassen Fischotter im Bereich von Brücken das Fließgewässer nur dann, wenn ihnen die Brückenkonstruktion missfällt, weiß der Vorsitzende der Jägerschaft. In einem solchen Fall setzen sie ihre Wanderung auf dem Landweg fort: „Diese Angewohnheit hatte für den Dielingdorfer Fischotter tödliche Folgen“, bedauert Mithöfer.

Der Unfall zeige den Akteuren von Klar Melle, wie wichtig Maßnahmen zum Schutz des Fischotters sind. So sollen, wo möglich, Brückendurchlässe so gestaltet werden, dass der Fischotter das Gewässer auf seinen nächtlichen Streifzügen nicht verlassen muss.

Das jetzt gefundene Tier soll nach Aussage von Fritz Mithöfer präpariert werden, damit dieses seltene Exemplar für die Nachwelt erhalten bleibt.