Schutzhütten und ein Bauwagen Gnadenhof Brödel in Oldendorf darf erweitern

Von Kirsten Muck

Auch die Schafe finden künftig mehr Platz auf dem Gnadenhof in Oldendorf. Foto: Kai BenckeAuch die Schafe finden künftig mehr Platz auf dem Gnadenhof in Oldendorf. Foto: Kai Bencke

Oldendorf. Der Erweiterung des Gnadenhofs Brödel in Oldendorf steht nun nichts mehr im Wege. Die Natur- und Tierschützer haben für eine 3000 Quadratmeter große Fläche eine Baugenehmigung für zwei Schutzhütten und einen Bauwagen bekommen.

„Die Fläche ist ideal. Sie liegt etwas abseits und ein 60 Quadratmeter großer Stall steht auch schon drauf“, freut sich Kai Behncke von der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe, die den Gnadenhof betreibt. Auf dem Areal existiere zudem ein direkter Zugang zu Strom und Trinkwasser, sodass die Bewirtschaftung der Fläche erleichtert wird. Das städtische Bauamt hat die Erlaubnis gegeben, auf der gepachteten Fläche in Oldendorf (gegenüber von „Am Kreimerhof 8“) in direkter Nähe der Grundschule einen Bauwagen sowie zwei Schutzhütten aufzustellen. Die Nachbarn hätten ihr Einverständnis gegeben, sagt der Geschäftsführer der gUG.

Heimstätte für Schafe und Ziegen

Auf der Fläche gibt es bereits eine Blühwiese, die mit Schülern der Grundschule Oldendorf angelegt wurde. Sie bietet einen Schutz und Nahrung für Wildbienen. „Perspektivisch soll das Areal zudem eine Heimstätte für einige Schafe und Ziegen, Kaninchen und Meerschweinchen werden“, sagt Karsten Wachsmuth, Sprecher der Initiative. „Im nächsten Jahr kommen vielleicht einige Hühner und Enten dazu, welche wir aus einem Mastbetrieb freikaufen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn Tiere lebenslang leben dürfen“, ergänzt er.

Gemüse auf kleinen Parzellen anbauen

Die Naturschützer legen jedoch wert darauf, dass auf dem neuen Areal nicht zu viel Betrieb ist. „Das muss im kleinen Rahmen bleiben. Wir wollen nicht, dass die Nachbarn gestört werden. Und die Tiere brauchen auch ihre Ruhe“, sagt Kai Behncke. Außerdem, so der Umweltschützer, wolle man Menschen die Möglichkeit geben, vernünftig und ökologisch zu gärtnern: „Die Leute sollen mitmachen dürfen.“ Interessierte Bürger könnten beispielsweise Gemüse auf kleinen Parzellen anbauen oder Patenschaften für Gnadenhoftiere übernehmen und sich um diese kümmern. Behncke und Wachsmuth ist außerdem wichtig, dass die Menschen verstehen, wie Bio-Landbau funktioniert und dass sie diese Form des Anbaus im kleinen Rahmen selbst ausprobieren können. Durch natürliche Kreisläufe, die Verwertung von Tiermist und den Verzicht auf Chemie könnten tolle Erfolge im Gärtnern erzielt werden. Und das Gemüse schmecke oft viel intensiver als Produkte aus dem klassischen Supermarkt, meinen die Initiatoren. Geplant sei außerdem eine Umweltbildungsstätte im kleinen Rahmen, sagte Behncke.

Finanzierung mit privaten Mitteln

Interessenten können sich bei der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe (www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de) melden. Die Finanzierung des Projekts wird ausschließlich mit privaten Mitteln (Einnahmen aus den Arbeitsverhältnissen der beiden Betreiber) realisiert, sodass Spenden jederzeit willkommen sind. Der Gnadenhof verfügt bislang über Sachkundenachweise nach § 11 Tierschutzgesetz für Pferde, Schafe und Ziegen. Im November belegen die Betreiber einen Lehrgang zu Kleinsäugern, sodass dann auch Kaninchen und Meerschweinchen aufgenommen werden dürfen.


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