Abstimmung zu Kfz-Kennzeichen 76 Prozent wollen zwischen OS und MEL wählen

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Auch auf zahlreichen Coupons taten die Leser kund, was sie von der Wiedereinführung des Kennzeichens MEL für Melle halten. Foto: Christoph FrankenAuch auf zahlreichen Coupons taten die Leser kund, was sie von der Wiedereinführung des Kennzeichens MEL für Melle halten. Foto: Christoph Franken

Melle. 14 Tage lang konnten die Leser des „Meller Kreisblatts“ zur Meinungsbildung in der Diskussion um die eventuelle Wiedereinführung von MEL-Kennzeichen für Kraftfahrzeuge beitragen. Insgesamt 799 Leser beteiligten sich an der Abstimmung: 609 sind für die Wahlmöglichkeit zwischen OS und MEL, 190 wollen, dass es ausschließlich bei der Ausgabe von OS-Kennzeichen bleibt. Abgestimmt werden konnte per SMS. Telefon, E-Mail und im Internet. Im Internet stimmten 77,3 Prozent für die Wahlmöglichkeit, 22,7 Prozent sind dagegen. Insgesamt sprachen sich rund 76 Prozent für eine Wahlmöglichkeit aus.

Bei den Anrufen und in den Mails wurde in persönlichen Kommentaren klar, dass das Thema sehr kontrovers diskutiert wird. Einige Gegner der Wiedereinführung machten allerdings auch deutlich, dass sie die Umfrage für unnötig halten. „Haben Sie denn gar nichts Besseres zu tun, als dieses Thema aufzugreifen?“, kritisierten sie. Ob es denn für eine Zeitung nichts Wichtigeres gebe? In den Begründungen der Ablehnung finden sich häufig folgende Argumente: Das sei doch Schnee von gestern, mit dem die jüngere Generation gar nichts mehr anzufangen wisse. Auch der Hinweis auf die längst etablierte Einbettung und Identifikation mit dem Osnabrücker Land kam des öfteren. Mit OS könnten andere Autofahrer in Deutschland inzwischen was anfangen, mit MEL mit Sicherheit nicht.

Die Befürworter wiederum führten die stärkere Identifikation mit ihrer Heimatstadt über das MEL-Kennzeichen ins Feld. In Deutschland sei Melle zudem vielfach überhaupt nicht bekannt und das könne sich über ein MEL-Kennzeichen ändern. Im Übrigen gehe es ja nicht darum, die OS-Kennzeichen abzuschaffen, sondern es bleibe für jeden die Wahlmöglichkeit.

Gemeinsamer Antrag

Die Kooperation aus CDU/FDP-Gruppe und SPD-Fraktion im Stadtrat hat zu dem Thema für die Ratssitzung am Dienstagabend einen gemeinsamen Antrag an den Bürgermeister gestellt. Demnach wollen die Politiker der genannten Parteien die Wiedereinführung des MEL-Kennzeichens als Wahlmöglichkeit neben dem bisherigen OS-Kennzeichen. „Wegen der vielfach positiven Resonanz aus Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Melle und dem daraus erkennbaren Meinungsbild unter anderem auch durch die Ergebnisse der Leserumfrage des „Meller Kreisblatts“ soll nunmehr mit einer positiven Ratsentscheidung der zuständige Landkreis Osnabrück aufgefordert werden, diese Wahlmöglichkeit zu erlauben“, fordern sie. Rechtlich und organisatorische sei es möglich, den Bürgern die Wahlmöglichkeit einzuräumen. Viele andere Landkreise hätten die historischen Kennzeichen bereits wieder eingeführt. „Der Wunsch nach Wahlfreiheit des Kfz-Kennzeichens wird auch in Melle von vielen getragen. Gleiches soll auch für die Altkreise Bersenbrück und Wittlage gelten“, heißt es in dem Antrag.

Möglichst einmütig

Mit einem möglichst einmütigen Ratsbeschluss soll Bürgermeister Reinhard Scholz gestärkt in die Gespräche mit den Kreisverantwortlichen gehen können, formulierten sie das Ziel ihres Antrags. Insgesamt gehe es um eine „schlanke“ Abwicklung und Wahlfreiheit bei den Kfz-Kennzeichen in allen Zulassungsstellen in Stadt und Landkreis Osnabrück sowie den Erhalt der Zulassungsstelle in Melle.

„Präferieren Wahlmöglichkeit“

Am Montagabend sprach sich auch der Vorstand des Heimatbundes Osnabrücker Land während einer Sitzung in Dissen mehrheitlich für die Wiedereinführung des Kennzeichens MEL aus. „Wir stellen damit das Bewährte nicht infrage, präferieren aber die Wahlmöglichkeit zwischen OS und möglichst den Kennzeichen MEL, BSB und WTL in den früheren Altkreisen“, fasste Vorstandsmitglied Jürgen Krämer den Tenor zusammen.


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