Reformationsrevue mit Luther Drei Superintendenten schlüpften in Melle in Rollen

Von Marita Kammeier

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Volksnah und humorvoll feierten die Größen der Reformation am Wochenende den 500. Geburtstag auf Schloss Königsbrück: Katharina Luther (Martin Steinke) , Butler James (Hartmut Heyl) und Martin Luther (Hans-Georg Meyer-ten Thoren, von links). Foto: Marita KammeierVolksnah und humorvoll feierten die Größen der Reformation am Wochenende den 500. Geburtstag auf Schloss Königsbrück: Katharina Luther (Martin Steinke) , Butler James (Hartmut Heyl) und Martin Luther (Hans-Georg Meyer-ten Thoren, von links). Foto: Marita Kammeier

Temperamentvoll und beeindruckend zugleich hat der Reformator Martin Luther am Wochenende auf Schloss Königsbrück Geburtstag gefeiert. Bei der Revue mit Musik und Gesang sorgte Butler James als Alround-Talent für den aktuellen Bezug zur heutigen Zeit.

Neuenkirchen. Der Einladung zum 500. Geburtstag der Reformation im Rahmen des „Meller Sommers - Kunst und Kultur auf dem Land“ sind am Wochenende außer Luthers Weggefährten auch 300 weitere Gäste gefolgt. Sabine Freifrau von Richthofen begrüßte das Publikum im Hofgarten des Schlosses und erinnerte in einer geschichtlichen Einführung an die Anfänge der evangelischen Gemeinde in der Region.

„Wir lutherischen Protestanten feiern die Feste, wie sie fallen.“ Mit diesen Worten begann Butler James (Hartmut Heyl) mit den Vorbereitungen für das Dinner. Zum starken Wittenbergischen Bier sollte es Forelle geben. „Dann der zweite Gang mit Rheinwein und eins von den weggelaufenen Wiesenhof-Hähnchen“, informierte James. Zum Dessert dann wieder Wein ein Eierlikörchen.

Gebannt schaute das Publikum zum Zelteingang, wo Martin Luther mit Originalzitaten die Bühne betrat: „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang.“ Hans-Georg Meyer-ten Thoren füllte die Rolle des Reformators mit donnernder Stimme und beeindruckender Präsenz perfekt aus.

Der „Sorgen-Blutegel“

Als erster aus dem Freundeskreis erschien der bescheidene und geniale Philipp Melanchthon (Martin Steinke), den Luther als Sorgen-Blutekel bezeichnete. Der Unterhändler zwischen evangelischer und katholischer Kirche wirkte sensibel und leicht verletzbar.

Steinke, der Klinikpastor aus Bad Rothenfelde spielte mehrere Rollen, die Ehefrau Katharina ebenso überzeugend wie Hermann Bonnus, der den Gästen berichtete: „In Osnabrück ging es drunter und drüber“. Luther, der Frauenliebhaber, erklärte: „Meine Käthe würde ich nicht eintauschen gegen Frankreich oder Venedig.“ Aus vollem Herzen sang das Trio daher zu Ehren der Tischdame: „Bella, bella Katrina“ und „Schuld war nur der Bossanova.“

Butler James las die Geburtstagspost vor, darunter Glückwünsche von Johann Wolfgang Goethe und Thomas Mann. Dem Publikum erklärte der Osnabrücker Klinikpastor, der in der Revue als Moderator, Kabarettist, Musiker und Drehbuchschreiber agierte: „Luther hat dem Volk aufs Maul geschaut und nicht nach dem Mund geredet.“

Ein Jahr lang vorbereitet

An der Aufführung der Reformationsrevue arbeitete das Dreamteam der drei „Super-Intendanten“ insgesamt ein Jahr. Ziel sollte es sein, Menschen auf humorvolle Art und Weise an religiöse Themen heranzuführen. Das ist gelungen, wie ein begeistertes Publikum in Worten ausdrückte und ausdauerndem Applaus bestätigte.

Nach dem Abendlied „La le lu, nur der Mann im Mond schaut zu“ verließen die zahlreichen Gäste dann beschwingt und beeindruckt zugleich über die Gräfte das Schloss.


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