40 Kleinkinder werden untergebracht Aus für geplante Umgehungsstraße in Wellingholzhausen

Von Marita Kammeier

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Wellingholzhausen. Freude über die Unterbringung von 40 Kleinkindern und herbe Enttäuschung über das Aus für die geplante Umgehungsstraße prägten am Donnerstagabend die lebendige Ortsratssitzung im „Fachwerk 1775“.

„Es wird mit Hochdruck gearbeitet. Am 26. Juni beginnt der Containeraufbau am WTV-Vereinsheim, denn am 1. August soll alles fertig sein“, berichtete Ortsbürgermeister Bernd Gieshoidt (CDU). Das sei jedoch keine Dauerlösung. Geplant ist ein Anbau am Kindergarten „Sonnenblume“.

Mobiles Raumprogramm

Herla Wendelin-Feindt (CDU) lobte die gute Zusammenarbeit zwischen dem evangelischen und katholischen Kindergarten sowie die vorausschauende Planung.

Das Wort Container nimmt sie ungern in den Mund. „Es wird ein mobiles Raumprogramm mit behaglicher Ausstattung. Alle Kinder werden gut untergebracht“, betonte die Fraktionssprecherin.

„Was lange währt, wird leider nicht immer gut.“ Diese Gedanken des umgewandelten Sprichwortes hatten einige der Ortsratsmitglieder im Kopf, als sie dem Bericht von Sabrina Hoffmann vom Bauamt der Stadt aufmerksam zuhörten.

„Warum geht es nicht weiter bei dem Bebauungsplan, der seit sechs Jahren vorliegt?“ Auf die Frage des Ortsbürgermeisters erläuterte Hoffmann den Sachstand mit Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück.

Das größte Problem sei das ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet mit gesetzlichen Regelungen für den Artenschutz von Fledermäusen, Vögeln, Fischen, Teichmuscheln und Libellen. Außerdem würden durch den Bau der Umgehungsstraße die Stickstoffimmissionen erhöht. „Wir haben lange mit Planern und Gutachtern nach Lösungen gesucht und sind am Stickstoffeintrag in der Hase gescheitert.“

„Artenschutz für Menschen“

Eine Änderung des TA Luft-Gesetzes sei zwar geplant. „Aber so lange es nicht vorliegt, kommen wir nicht weiter“, erklärte die Stadtplanerin. „Es ist klar, dass Vögel und Fische nicht aussterben sollen, aber wer schützt Anwohner und Kinder?“ Christoph Heidenescher (CDU) gab das Stichwort für emotionale Diskussionen im Ortsrat.

„Das ist fatal für den Ort und gefährlich für Radfahrer“, betonte Bernhard Schürmann (SPD), der die Frage nach einer Verschwenkung der Trasse aufwarf. Das führe zu nah an die Wohngebiete im Zentrum, zeigte Sabrina Hoffmann auf dem Bebauungsplan, versprach jedoch eine erneute Überpfüung .

Heinz Pelke (CDU) erklärte: „Es kocht in uns. Wir brauchen Artenschutz für Menschen. Warum klappt das mit der Umgehungsstraße in Bad Laer? Wer setzt sich für uns ein?“ Unmut auf die Stadt wurde aus allen Gremien laut.

Lösungen und Alternativen

„Wie kommen wir aus der Misere raus?“ Herla Wendelin-Feindt (CDU) und Ralf Tubbesing (Grüne) suchten nach Lösungen und Alternativen: „Das Verfahren läuft seit 45 Jahren.“ Das Fazit von Werner Altemöller (CDU) lautete: „So kann das nicht weiterlaufen“, während Bernhard Schürmann (SPD) klarstellte: „Wir haben einen eindeutigen politischen Willen aus allen Gremien.“

Notizen aus der Sitzung

Breitbandausbau am Ortsrand: Bis Ende 2018 ist die Versorgung mit Glasfaserdirektschlüssen vorgesehen. „Das Fördervolumen vom Landkreis Osnabrück beträgt 39 Millionen Euro, daher sollten wir jetzt Einfluss nehmen und den Bedarf bündeln.“ Heinrich Niederniehaus (CDU) rief alle betroffenen Bürger auf, sich per Mail oder Anruf im Bürgerbüro zu melden.

Änderung der Vorfahrtsregelung im Kreuzungsbereich Beutlingsallee/Orthöfen:

Der Ortsrat fasste den Beschluss, zunächst eine provisorische Markierung für „Rechts-vor-Links“ vorzunehmen und die endgültige im Rahmen der Deckenerneuerung nachzuziehen.

Haushalt 2018: Die Grundschule erhält 200 Euro, der Förderverein 50 Euro und der Turnverein 500 Euro für die Erhaltung der Sportplätze. 450 Euro gehen an die Kolpingfamilie für die Nikolausfeier und 500 Euro für den Mittelaltermarkt 2017. Der Heimatverein wird mit 2600 Euro bedacht und das Fachwerk 1775 mit 60 Euro

Außerdem werden der Krippenanbau am Kindergarten „Sonnenblume“ und das Feuerwehrhaus in die Finanzplanung aufgenommen.

Reinigung Freibad: Helmut Parlmeyer (SPD) äußert den Wunsch, eine ehrenamtliche Gruppe einzurichten, um die aus seiner Sicht mangelhafte Reinigung und das Schneiden von Hecken und Büsche zu verbessern.


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