Grenzen entstehen im Kopf Theater-AG der BBS Melle mit Stück „Grenzenlos“


Melle. Im Festsaal am Schürenkamp präsentierte die Theater-AG der Fachschule Sozialpädagogik 1 am Donnerstagvormittag das Stück „Grenzenlos“. Unter der Regie von Silke Löw und Klaus Völler haben die Schülerinnen die einzelnen Szenen selbst geschrieben und gekonnt auf die Bühne gebracht.

„Wir haben uns intensiv mit dem Thema Ausgrenzung in der Gesellschaft auseinandergesetzt“, verriet Silke Löw dem Publikum. Die einzelnen Szenen entstanden aus Ideen der Schülerinnen und sie zeigen, dass das Thema Ausgrenzung leider grenzenlos ist.

Kaum jemand ist frei von Vorurteilen

Mit viel Humor brachten die Darsteller eine Situation in der Abendschule rüber. In dem „Deutschkurs für türkische Mitbürger“ gab es von der Dozentin gut gemeinte Tipps für die Lernenden. Mit den teilweise provozierenden Ausdrücken hielten die Akteure dem Publikum den Spiegel vor.

Dass Menschen ihre Mitmenschen in Schubladen stecken, sie für ihr Aussehen oder ihr Anderssein verurteilen, geschieht meistens unbemerkt. Denn vorurteilsfrei ist kaum jemand.

Schonungslos wachgerüttelt

Das wurde auch am Beispiel einer überspitzt dargestellten Restaurant-Szene deutlich. Am gemeinsamen Tisch saß der Schwule neben dem muslimischen Ehepaar, die übereifrige Veganerin half ununterbrochen der leicht genervten Rollstuhlfahrerin und die stark übergewichtige Frau nörgelte vor Hunger. Schnell wurde den Beobachtern klar, dass auch hier mal wieder Vorurteil an Vorurteil gereiht wurde, was in der Gesamtheit überraschend unsympathisch wirkte aber schonungslos aufrüttelte.

Jennifer Kemper, die die einzelnen Sequenzen mit kurzen Moderationen begleitete, überzeugte mit dem Lied „Zehn kleine Nazischweine“, das von den anderen Darstellern tänzerisch begleitet wurde. Die Moral von der Geschichte: „Schwein sein lohnt sich nicht!“

Für die ehrlichen Szenen, die zum Nachdenken anregten, gab es viel Applaus. Der gesamten Theater-AG ist es gelungen, zu zeigen, dass Vorurteile grenzenlos sind, schnell in den Köpfen entstehen und in der Gesellschaft jeden betreffen. Sich dagegen zu stellen und seine Stimme zu erheben erfordert Mut. Aber es lohnt sich, wie die Darstellerinnen eindrucksvoll zeigten.


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