Scholz äußert sich zu Plänen Stadtwerke-Pläne in Melle werden konkreter

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Vielerorts ein Erfolgsmodell: eigene Stadtwerke, so wie zum Beispiel in Osnabrück. Foto: Michael GründelVielerorts ein Erfolgsmodell: eigene Stadtwerke, so wie zum Beispiel in Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Melle. Erhält Melle eigene Stadtwerke? Nach dem Grundsatzbeschluss des Rates vom Dezember, eine Machbarkeitsstudie zur Prüfung der Gründung von Stadtwerken in Auftrag zu geben, gibt es inzwischen weitere Aktivitäten.

Melle. „Nach der Auswahl einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Begleitung des Prozesses werden derzeit mögliche wirtschaftliche, organisatorische, technische und steuerliche Optimierungsansätze aus der Gründung von Stadtwerken skizziert, um Chancen und Risiken einer Neugründung gegeneinander abwägen zu können“, erklärt Reinhard Scholz auf Anfrage unserer Redaktion.

Synergieeffekte

Gleichzeitig sollen nach Angaben des Bürgermeisters erste Vorschläge für mögliche Organisations- und Beteiligungsstrukturen einschließlichmöglicher Kooperationsmodelle entwickelt werden, um auf dieser Basis ein konkretes Gesamtkonzept zu erstellen.

Dazu erarbeiten Politik und Verwaltung gemeinsam einen Zielekatalog, dessen Vorgaben und Kriterien maßgeblich in die inhaltliche Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie einfließen werden“, sagte Scholz. Neben möglichen wirtschaftlichen Vorteilen stehen vor allem auch die Themen Ökologie, Innovationsfähigkeit oder Dienstleistungsqualität im Fokus. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wird im Herbst erwartet.

Was spricht für die Gründung von Stadtwerken in Melle? Nach Angaben des städtischen Mediensprechers Jürgen Krämer sind mehr als 70 Neugründungen von Stadtwerken und bereits über 190 erfolgte Stromnetzübernahmen in den letzten acht Jahren sichtbares Indiz dafür, dass der Trend hin zu einer kommunalen oder rekommunalisierten Energieversorgung eine große Dynamik entfaltet. Daneben möchte eine wachsende Zahl von Bürgern die Energieversorgung im örtlichen Umfeld stärker mitgestalten, denn künftig werden die heutigen Energieverbraucher mehr denn je auch selber zu Produzenten von Energie.

Stadtwerke können hier mit ihrer Bürgernähe, ihren Kenntnissen über die lokalen Gegebenheiten und ihrer örtlichen Problemlösungskompetenz ein idealer Partner sein.

Energiewende

Neben den übergeordneten bundespolitischen Zielsetzungen zu Energiewende und Klimaschutz spielen bei den Neugründungen von Stadtwerken auch kommunalwirtschaftliche und strukturpolitische Aspekte sowie Zielsetzungen aus dem Bereich der Daseinsvorsorge und der Sozialpolitik eine maßgebliche Rolle. Diese Aspekte könnten nach Einschätzung von Jürgen Krämer „auf die Stadt Melle als größte kreisangehörige Kommune übertragen werden“.

Aufgaben bündeln

Weiterhin könnte mit der Gründung von Stadtwerken die Basis geschaffen werden, technisch und organisatorisch gleiche oder ähnliche Aufgaben in Betrieb und Verwaltung zu bündeln, um Synergie- und Verbundeffekte zu nutzen und Prozesse bürgerorientierter, kostensparender und effizienzerhöhend zu planen und durchzuführen. Zum anderen würde der Einstieg in eine Betätigung beispielsweise im energiewirtschaftlichen Bereich die klar erkennbare Dezentralisierung der Energiewirtschaft mit ihrer Entwicklung hin zu kleinteiligeren Strukturen aufgreifen, um zukünftig auch innerhalb der Stadt Melle über eine nicht unerhebliche Einflussmöglichkeit in diesem Bereich zu verfügen.

Aus diesem Grunde hat der Rat der Stadt Melle mit Grundsatzbeschluss vom 7. Dezember 2017 den Weg für eine Machbarkeitsstudie zur Prüfung der Gründung von Stadtwerken in der Stadt Melle geebnet.


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