Bruterfolg in Bakum – Sorgen in Krukum – Horstbindung in Eicken Erste Storchenküken gesichtet

Von den Elternvögeln werden die kleinen Störche in Bakum gefüttert (Bild) und gehudert. Wegen des hohen Nestrandes sind die Küken nur selten und ganz kurz zu sehen. Foto: Norbert WiegandVon den Elternvögeln werden die kleinen Störche in Bakum gefüttert (Bild) und gehudert. Wegen des hohen Nestrandes sind die Küken nur selten und ganz kurz zu sehen. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Mindestens zwei kleine Schnäbel schauen bereits über den Nestrand des Storchennestes in Melle-Bakum. In Krukum herrscht noch Ungewissheit, ob es mit dem Nachwuchs klappt. In Eicken halten sich zwei Störche regelmäßig auf dem Nest auf, sie brüten aber (noch) nicht.

Bereits am 5. Mai haben sich erstmals zwei kleine Schnäbel nach oben gereckt. Diese Beobachtung hat die Familie Brüggemann in ihrem Storchentagebuch aufgezeichnet. Möglicherweise wurde am 9. Mai sogar noch ein dritter Nestling gesichtet. Dies ist allerdings nicht sicher, da die Nistmulde recht tief ist und die Schnabelspitzen manchmal nur ganz kurz für menschliche Augen vom Boden aus sichtbar werden.

Herkunft ermittelt

Auffällig ist auf dem Horst in der Eue in Bakum die rege Bautätigkeit der Elterntiere. Sie schaffen vor allem Mist heran, den sie in der Nähe finden. Damit erhöhen sie den Nestrand. Wenn andere Störche vorbeiziehen, klappern die Alttiere mit den Schnäbeln. Damit signalisieren sie ihren Artgenossen, dass sie keine Nachbarn in unmittelbarer Nähe wünschen.

Inzwischen ist bekannt, woher die Bakumer Brutstörche stammen: Uwe Schneider von der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) konnte mit seinem Spektiv die Kennzeichnung der Ringe auslesen und die Herkunft ermitteln. Der eine Storch wurde 2013 als Küken im Allwetterzoo Münster beringt. Der gleichaltrige andere Storch bekam seinen Ring 2013 in Levern. Damit ist auch klar, dass dieses Jahr andere Störche in Bakum brüten als im Vorjahr. Es ist dort jetzt die fünfte Brut hintereinander.

Ein Elternvogel bleibt derzeit immer noch auf dem Nest, um die Jungvögel zu hudern. „Das ist angesichts der kalten Witterung auch nötig“, erklärte Volker Tiemeyer. Der SON-Ornithologe geht davon aus, dass die zwei oder drei Bakumer Küken Ende April geschlüpft sind.

Totes Küken

Die Storchenfreunde an der Straße „Allee“ in Krukum sind besorgt: Annette Tönsing hatte bereits Anfang Mai gesehen, wie ein Altstorch ein offenbar totes Küken im Schnabel hatte. Bis gestern gab es noch keinerlei Anzeichen für lebenden Nachwuchs, obwohl der erwartete Schlüpftermin seit zehn Tagen verstrichen ist. Zwar bleibt immer ein Vogel in Bruthaltung auf dem Nest, aber der jeweils ausgeflogene Partner bringt immer nur Nestmaterial und kein Futter mit. Denkbar ist, dass die Eier bei einem Kampf ums Nest beschädigt worden waren und jetzt ein neues Gelege bebrütet wird. Wie berichtet, musste das Storchenpaar in Krukum immer mal wieder sein Nest gegen andere Störche verteidigen.

Vagabunde unterwegs

Auf dem Horst in Eicken nächtigen derzeit regelmäßig zwei Störche. Trotz dieser erkennbaren Nestbindung gibt es laut Volker Tiemeyer aber noch keine Hinweise auf eine aktive Brut. Allmählich wird es spät für einen Brutbeginn, aber Hoffnungen für das nächste Jahr seien aber durchaus berechtigt. Neben den Brutvögeln ist auch wieder eine Gruppe vagabundierender Störche im Grönegau unterwegs, die vor allem in Sondermühlen und Düingdorf von Vogelfreunden beobachtet wurden.


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