Ein beliebter Künstler Arnold Bredemeyer schuf das alte Melle in Bildern

Von Uwe Plaß


Melle. Als der Ortsrat Melle-Mitte vor wenigen Jahren eine Straße im Baugebiet nördliche Pestelstraße nach Arnold Bredemeyer benannte, wurde damit ein Künstler gewürdigt, der wie kein Zweiter seine Heimatstadt für die Nachwelt porträtiert hat.

Bredemeyer wurde am 28. Januar 1894 geboren und entstammte einer alteingesessenen Meller Familie. Schon früh hatte er die Absicht, Künstler zu werden. Gegen dieses Ansinnen – Stichwort „brotlose Kunst“ – legten seine Eltern ein Veto ein. Natürlich war der Jugendliche darüber zunächst nicht begeistert gewesen sein. Letztlich fügte er sich jedoch und wurde Volksschullehrer. Dieser Beruf sicherte ihm später den Lebensunterhalt und ließ ihm dennoch Raum für seine künstlerischen Interessen.

Liebevolle Szenen

Seine Ausbildung absolvierte er zunächst an der Präparandenanstalt zu Melle, später dann am Lehrerseminar in Osnabrück. Auch den weiteren beruflichen Werdegang verbrachte er in seiner Heimat. Nach einer kurzen Zeit in Buer wechselte er 1922 an die Grönenbergschule. Dort blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1958. Auch wenn der Lehrerjob zunächst nicht sein Traum gewesen war, wurde er ein überaus beliebter und respektierter Pädagoge.

Der Wunsch, als Künstler tätig zu sein, ließ Bredemeyer aber nie los. Er besuchte Lehrgänge bei renommierten Künstlern in Berlin und Worpswede wie beispielsweise Karl Krummacher, um seine eigenen Techniken zu vervollkommnen. Neben seinen Fähigkeiten als Maler und Zeichner ist jedoch seine Motivauswahl entscheidend für seine Bedeutung. Personen und Landschaften Melles sind das Kernthema seiner Arbeiten, weswegen sich seine Bilder schon zu seinen Lebzeiten einer großen Beliebtheit erfreuten. Daran hat sich wenig geändert. Auch heute hängen Bredemeyers Bilder in einigen Privathaushalten.

Bredemeyer beteiligte sich an verschiedenen Ausstellungen in der Region. Im Sommer 1940 wurden zahlreiche seiner Aquarelle, Zeichnungen und Gemälde im Sitzungssaal des Meller Rathauses gezeigt. Überdies gab er eine Mappe mit Radierungen sowie eine Postkartenserie heraus. Seine bekannteste Publikation ist die im Vorfeld der Meller 800-Jahrfeier 1969 erschienene Sammlung „Erinnerungen an meine kleine Stadt“, die später sogar in einer zweiten Auflage erschien. Das Vorwort schrieb der bekannte Schriftsteller Moritz Jahn. In 45 Federzeichnungen werden Ansichten und Situationen aus dem Melle um 1900 für die Nachwelt festgehalten. Die liebevoll gezeichneten Szenen spiegeln die tiefe Verbundenheit des Künstlers mit der Elsestadt wider.

Ehrenmedaille

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Politik und Verwaltung der Stadt Melle immer wieder gerne auf Bredemeyer zurückgriffen, wenn es darum ging Urkunden oder Geschenke anfertigen zu lassen. Auch wenn er selber sein künstlerisches Schaffen zuweilen ganz bescheiden als „Hobby“ bezeichnete, so war doch der Meller Bevölkerung klar, dass er ganz besondere Bilder von Melle und seinen Menschen geschaffen hatte.

Es war daher auch nur folgerichtig, dass Bredemeyer im Januar 1970 mit der Ehrenmedaille der Stadt Melle in Bronze ausgezeichnet wurde. Bürgermeister Zeese würdigte in seiner Laudatio die „unvergänglichen Verdienste“ des Lehrers i. R. Am 17. August 1970 verstarb Arnold Bredemeyer in seiner Heimatstadt, nur wenige Wochen nach dem Tod seiner Frau Grete. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Meller Friedhof.