Theaterbande Phoenix tritt auf Melle: Belustigung am Weberhaus

Von Conny Rutsch


Melle. Nein, das geht einfach nicht. Das weiß jeder. Auf dem Theater allerdings ist ja alles möglich, auch „Der Diener zweier Herren“ zu sein. Die Theaterbande Phoenix präsentierte am Samstagabend eine sehr gelungene Vorpremiere unter der Regie von Jan Graf-Betge dieses bekannten italienischen Bühnenstückes. Der Dramatiker Carlo Goldoni ersann damit die Geschichte eines Dieners, der einfach zu wenig Geld verdient und sich flugs zwei Herren nimmt. Der eine ist Florindo Aretusi, der unter Mordverdacht steht und nach Venedig fliehen musste. Als Mann verkleidet reist ihm seine Geliebte Beatrice nach und nimmt sich eben denselben Diener.

So simpel die Geschichte erscheint, umso mehr Verwicklungen und Schwierigkeiten birgt sie für den Diener Truffaldino, der von Sascha Tonsor unglaublich komisch und publikumsnah dargestellt wird. Ganz zum Schluß darf Beatrice aus den Männerkleidern aussteigen und sich in einem wunderschönen Kleid zeigen. Eva Groppel zeigt ihre Rolle mit viel Charme. Selbstverständlich geht die Geschichte gut aus, und die Geliebten finden zueinander. Kay-Henryk Schürmann als Florindo wechselt problemlos vom barschen Herrn über den kummervollen Geliebten bis zum glücklichen zukünftigen Ehemann.

Ein weiteres Paar, das sich nach etlichen Verwirrungen bekommt, sind Clarice de Bisognosi und Silvio Lombardi. Erstere, Sarah Allewelt, setzt gekonnt alle weiblichen Register ein, und Bianca Vogt füllt ihre Hosenrolle perfekt aus. Und dann gibt es noch die Väter dieser beiden, die irgendwie die Fäden versuchen, in der Hand zu behalten. Rolf Herrmann als Pantalone de Bisognosi und Michael Broermann als Dottore Lombardi geben die älteren Herrschaften mit gesetzter

Würde und Situationskomik.

Der Wirt des Gasthauses, in dem das Stück spielt, ist Brighella: Simone Huge beweist schon mit ihrem Kostüm und der Maske viel Mut und ist einfach herrlich anzusehen. Schließlich findet zum Ende des Stücks dann auch der Diener seine Frau, die von Gaby Capteyn sehr überzeugend in Szene gesetzt wird.

Ganz im Stil der italienischen Commedia dell`arte hat Jan Graf-Betge dieses Stück in eine sehr sparsame Kulisse gesetzt. Nichts Überflüssiges lenkt von Inhalt und Spielfreude der Darsteller ab. Sehr publikumswirksam, immer mit augenzwinkerndem Wink in die Gegenwart, ist diese Inszenierung der Theaterbande Phoenix einen launigen Abend im Garten des Weberhauses wert.

Weitere Spieltermine: 16.,17.,18., 23. und 24. August jeweils um 19.30 Uhr im Garten des Weberhauses.