Kommunalpolitik zieht an einem Strang Harmonie ist gut für Stadtteil-Entwicklung in Melle


Melle. „Gemeinsames Vorgehen ist besser für unseren Stadtteil.“ Darin sind sich die SPD-Ortsbürgermeisterin Karin Kattner-Tschorn und CDU-Ortsratsmitglied Anja Lange-Huber einig. Deshalb beurteilen sie die Entwicklungschancen in Oldendorf und Westerhausen-Föckinghausen positiv.

Als gutes Zeichen bewerten die beiden Ortspolitikerinnen den Bau von 24 neuen Wohnungen, die auf dem Gelände des ehemaligen NP-Supermarktes entstehen sollen. Auch in den Gebäuden des ehemaligen Getränkehandels Geisker soll weiterer neuer Wohnraum entstehen. „Damit werden vereinzelte und meist nur vorübergehende Leerstände in älteren Wohngebieten mehr als ausgeglichen“, rechnet Kattner- Tschorn eher mit Bevölkerungszuwachs.

Derzeit gibt es Überlegungen, in Siedlungsgebieten die Bebauung der hinteren Bereiche von sehr großen Grundstücken zu erlauben. Damit soll dem Wunsch von Bauwilligen nach kleineren Grundstücken entgegengekommen werden. Solche großen Grundstücke sind in der Vinckenaue zu finden.

Alte Tankstelle bleibt

Wachsende Kinderzahlen sind bereits jetzt in den Kindergärten festzustellen. Über fehlende Nachfrage nach Arbeitskräften in den meisten Betrieben kann derzeit nicht geklagt werden. Auch das Gasthaus Wente wird weiter als Saal- und Raumvermietung „Wente 2.0“ genutzt. Dort wird die direkte Nähe zum Bahnhof als Standortvorteil genutzt.

Arztpraxis schließt

„Sogar die alte Tankstelle Wehmhöfer bleibt uns weiterhin erhalten, trotz einer geplanten Großtankstelle im benachbarten Gesmold“, freut sich die Ortsratsvorsitzende über die augenscheinlich stabile Wirtschaftslage im Mikrokosmos von Oldendorf, Westerhausen und Föckinghausen. Die Infrastruktur im Tal ist natürlich auch für die im Bergland gelegenen Ortsteile Niederholsten und Oberholsten ein Plus.

„Bei allen Fragen der Stadtteilentwicklung verspricht gemeinsames Auftreten der Ortsratsparteien mehr Erfolg“, stimmen Lange-Huber und Kattner-Tschorn überein. Zu der „ganz großen Koalition“ im Stadtteilparlament Oldendorf gehört auch die Studentin und stellvertretende Ortsbürgermeisterin Anna-Margaretha Stascheit (Grüne), die an der Bereisung der Leerstände nicht teilnehmen konnte, weil sie zwischen Bochum und Münster im Stau steckte. In Oldendorf müsse im kommenden Jahr mit der Schließung der Arztpraxis gerechnet werden, sagt Anja Lange-Huber. Die kassenärztliche Vereinigung sucht nach einem Nachfolger, bislang allerdings ohne Erfolg. Allgemeinmediziner Claus Bockbreder wurde kürzlich noch vom „Focus“ als zu empfehlender Arzt der Region ausgezeichnet. Er stehe als Begleiter für einen künftigen Nachfolger zur Verfügung, meint Lange-Huber.

Als möglichen Standort einer neuen Arztpraxis sieht die Ortspolitikerin die Sägemühle, falls dort andere kulturelle Nutzungen nicht zustande kommen. Das historische Gebäude müsse unbedingt erhalten werden, meint Anja Lange-Huber. Vielleicht könnte mit Fördermitteln ein Synergie-Effekt erzielt werden: für die ärztliche Versorgung und die Erhaltung kultur-historischer Bausubstanz.


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