Serie: Leerstände in Melle Verfallende Gebäude gibt es in Oldendorf kaum


Melle. Verfall und auch drohender Verfall hält sich im Stadtteil Oldendorf in Grenzen, im Gegensatz zu manchen anderen Meller Stadtteilen. Ohnehin ist Oldendorf ein Sonderfall.

Denn nur in diesem Stadtteil gibt es zwei Zentren: Das alte Oldendorf (1362 Einwohner) mit einem weiteren Umkreis rund um die Kirche sowie die Ortsteile Westerhausen und Föckinghausen, die zusammen um den Bahnhof ein gemeinsames zweites Zentrum für 2990 Einwohner bilden.

Steigende Kinderzahlen

In beiden Stadtteilzentren ist eine gewisse Grundversorgung vorzufinden: Es gibt je eine Schule, je einen Kindergarten, je eine Arztpraxis, je einen Sportverein und je ein kirchliches Gemeindehaus. In Westerhausen/Föckinghausen sind die meisten dieser Einrichtungen entsprechend der Bevölkerungszahl etwas größer. Eine historische Kirche und das Bürgerbüro hat Oldendorf vorzuweisen, einen Verbrauchermarkt gibt es nur in Westerhausen.

Trotz relativ geringer Kinderzahlen hat Ortsbürgermeisterin Karin Kattner-Tschorn (SPD) keine Sorge um den Fortbestand der einzügigen Schule in Oldendorf. „Für den Erhalt des dortigen Kindergartens sind die baulichen Weichen gestellt, die steigenden Kinderzahlen werden sich künftig auch positiv auf die Schule auswirken“, betont die Ortsratsvorsitzende.

Ein auffälliger langjähriger Leerstand in Oldendorf ist das ehemalige Gasthaus „Oldendorfer Tor“. Der Betrieb ist allerdings noch nicht ganz aufgegeben, denn zeitweise werden dort immer noch Fremdenzimmer für Montagearbeiter vermietet. Eine aussichtsreiche langfristige Perspektive für die weitere Nutzung dieser Immobilie sehen Karin Kattner-Tschorn und Anja Lange-Huber (CDU) allerdings nicht. Auch beim beliebten benachbarten Geschenke-Shop Dübber drohe mangels Nachfolger die Schließung des Geschäftes. Ein gewerblicher Leerstand in der Oldendorfer Heide ist die alte Holtkamp-Ausstellungshalle. Huber-Lange und Kattner-Tschorn weisen aber ausdrücklich auf die insgesamt gute Situation im Bereich Gewerbe und Arbeitsplätze im gesamten Stadtteil hin.

„In Westerhausen/Föckinghausen vermissen die Bürger ein Fleischerei-Fachgeschäft“, macht Bürgerbüroleiter Thomas Täger auf einen Mangel aufmerksam. „Seit der Eröffnung des neuen NP steht die ehemalige Schlachterei leer“, ergänzt die Ortsbürgermeisterin. Ob für das einstige Bordell an der Osnabrücker Straße eine Nachfolgenutzung gefunden werden kann, gilt als fraglich. Zu einem Leerstand kann auch die traditionsreiche Bäckerei an der Ecke Ochsenweg/Osnabrücker Straße werden. Heinrich Elsmeier sucht einen Nachfolger für das durchaus gut laufende Bäckerei-Fachgeschäft einschließlich Postagentur.


Unsere Serie Leerstände

Fast überall in Deutschland gibt es in kleinen und großen Orten immer weniger Geschäfte. Zentrale Lagen werden zunehmend von Leerständen und unbewohnten Altbauwohnungen geprägt. Was früher in jedem Dorf angeboten und verkauft wurde, kaufen sich die mobiler gewordenen Einwohner jetzt in Einkaufszentren auf der grünen Wiese am Stadtrand oder gleich im Internet. Auch das Wohnen im Ortskern ist unattraktiv, wenn der Schwerlastfernverkehr über die zentrale Dorfstraße rollt. Diese Trends gehen auch an den Meller Stadtteilen nicht vorbei. Wir schauen in unserer Serie in alle acht Stadtteile und fragen, wie die Bürger und örtlichen Politiker mit diesen Entwicklungen umgehen. Heute sind wir in Oldendorf. -nw-

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