22 Turnhallen im Stadtgebiet Jeder Dritte in Melle ist in einem Sportverein

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Die Standorte der 22. Hallen im Meller Stadtgebiet. Grafik: NabrotzkyDie Standorte der 22. Hallen im Meller Stadtgebiet. Grafik: Nabrotzky

Melle. Sportlich sind sie, die Meller. Von 48000 Einwohnern sind über 15000 in einem Sportverein. 22 Turnhallen gibt es im Stadtgebiet, davon 18 städtische Turnhallen, drei Turnhallen des Landkreises und eine an der Landesturnschule. Die älteste Turnhalle steht in Riemsloh, die neueste in Westerhausen. In unserem Turnhallencheck schauen wir mal hinter die Bande und sprechen mit Vereinsvorsitzenden und Übungsleitern über Vor- und Nachteile der Hallen.

Ein Gang durch die Turnhallen der Stadt ist wie eine Reise in die Vergangenheit: in die Zeit der Baumwolltrikots und knatschengen Turnhosen oder in die Zeit der türkisen Kacheln in Umkleidekabinen. Da gibt es die zweckmäßigen 80er-Jahre-Hallen mit dem typischen roten Klinker, den terracottafarbenen Fliesen im Foyer und den orangenen Sitzbänken auf der Tribüne. Oder die kleinen 60er-Jahre-Hallen mit schön aufpolierten Parkettböden, blinden Spiegeln in den Umkleiden und Waschrinnen in der Dusche. Nobel kommen die neuen Turnhallen daher. Hell und geräumig sind sie, mit einer gut durchdachten Aufteilung. In punkto Charme können sie jedoch mit den alten Hallen nicht mithalten.

Zweite, größere Turnhalle für einige Stadtteile

Im Stadtgebiet trainieren die Sportler in Hallen aus jedem Jahrzehnt. Die älteste Turnhalle ist die in Riemsloh, 1954 wurde sie gebaut. Drei Hallen wurden in den 50ern gebaut, fünf in den 60ern und drei in den 70ern. Gerade in den 50er und 60er Jahren wurden die Turnhallen häufig zeitgleich mit den Grundschulen in den jeweiligen Stadtteilen gebaut. In den 80er-Jahren baute die Stadt vier Turnhallen, in den 90ern noch eine. In diesen zwei Jahrzehnten erhielten einige Stadtteile eine zweite, größere Turnhalle. Die Schulen und Vereine benötigten mehr Platz. 2001 und 2004 bekamen dann die Vereine in Eicken und Westerhausen noch ihre eigenen Turnhallen. Somit gibt es in jedem Stadtteil mindestens eine Turnhalle.

Über eine Million jedes Jahr für die Sporthallen

Die Stadt hat in den vergangenen fünf Jahren, von 2012 bis 2016, 8,6 Millionen Euro in die Sporthallen gesteckt. Jedes Jahr flossen demnach 1,72 Millionen Euro in den Unterhalt, die Bewirtschaftung und die Sanierung der Hallen. Für die Bewirtschaftung (Strom, Heizung, Wasser) gibt die Stadt jährlich 520000 Euro aus, für Sanierungen 341000 Euro. Der Unterhalt kostet die Stadt 785000 Euro im Jahr. Die Geschäftsausstattung schlägt noch mal mit 77500 Euro zu buche.

Sanierungsstau in einigen Hallen

Dennoch gibt es in einigen Hallen einen Sanierungsstau, der den Sportlern und den Vorständen der Vereine Sorge bereiten. In Riemsloh beispielsweise ist eine Außenwand der großen Turnhalle feucht. Die Folgen: Schimmel im Geräteraum. Die 1956 gebaute Jahnsporthalle ist ebenfalls ein Sorgenkind der Stadt. Ballspiele sind dort bereits aus Sicherheitsgründen verboten. Die Halle müsste dringend saniert werden.

Engpässe bei Hallenbelegungen

Ein Thema, das alle Vereine in Melle umtreibt, ist der Ausbau vieler Schulen zu Ganztagsschulen. Dadurch verlieren die Vereine Hallenzeiten, die sie an die Schulen abgeben müssen. Der Vereinssport verlagert sich immer weiter in den späten Nachmittag, sodass dort regelmäßig Engpässe in der Hallenbelegung entstehen. Gerade in den Wintermonaten sind die Hallen überbelegt. Deshalb wünschen sich alle Vereinsvorsitzenden zusätzliche Hallenzeiten.

In den nächsten Wochen stellen wir regelmäßig die Turnhallen eines Stadtteils vor und zeigen Vor- und Nachteile auf. In unserer ersten Folge des Turnhallenchecks werden wir einen Blick auf die Situation in Riemsloh werfen.


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