Beziehung zu Nigde im Ruhemodus Schwierige Zeiten für Meller Städtepartnerschaften

Wie eine Mahnung, die Beziehungen fortzusetzen, wirkt der Nigde-Platz. Foto: N. WiegandWie eine Mahnung, die Beziehungen fortzusetzen, wirkt der Nigde-Platz. Foto: N. Wiegand

Melle. Die Meller Städte-Partnerschaft mit dem türkischen Nigde befindet sich vor dem Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzungen zwischen der Türkei und Deutschland in einem Ruhezustand.

Dagegen sind die Partnerschaften mit dem russischen Torzhok und New Melle in den USA kaum beeinträchtigt – trotz diverser politischer Konflikte auf nationaler und internationaler Ebene. Darüber informierte der Partnerschaftsbeauftragte Gottfried Müller den Kulturausschuss.

Heimattreffen

„Es hat allein 140000 Entlassungen im öffentlichen Dienst der Türkei gegeben“. Das war nur einer von mehreren Einblicken, die Gottfried Müller in die gegenwärtige Situation in der Türkei gab. Im Ausnahmezustand nach dem gescheiterten Putschversuch sei derzeit kein unbeschwerter Gedankenaustausch unter Partnern möglich.

Der Partnerschaftsbeauftragte ließ in seinen Bericht einfließen, dass die anatolische Stadt Nigde eindeutig von der Erdogan-Partei AKP dominiert werde. Türkische Bürgermeister dürften nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der Regierung ausreisen. Bislang habe es noch keine offizielle Reaktion auf die Absage des Besuches der Meller im Vorjahr gegeben.

Auch die Mehrzahl der Partnerschaften anderer deutscher Städte mit türkischen Kommunen seien derzeit eingefroren, berichtete Müller von Konferenzen mit Referatsleitern des Auswärtigen Amtes. Er gab die Empfehlung, die privaten und schulischen Kontakte zu halten und zu pflegen und die Entwicklung abzuwarten.

Trotz der Sanktionen gegen Russland und gegensätzlicher Positionen der Staats-Regierungen im Ukraine- und Syrien-Konflikt bleibt die Partnerschaft mit Torzhok lebendig. In einer Konferenz auf Einladung des russischen Konsulats in Hannover waren sich alle mit Botschafter Wladimir Grinin einig, dass die Städtepartnerschaften gerade in schwierigen Zeiten gepflegt werden sollen. Schon am 18. April erwartet Melle Torzhoks Bürgermeister Anatoly Rubaylo. Wahrscheinlich bringt der Bürgermeister einen Vertreter der Stadt-Duma und einen hochrangigen Manager aus der Holzwirtschaft mit. Für die dreiköpfige Delegation, die voraussichtlich bis zum 22. April bleibt, wird derzeit ein geeignetes Besichtigungsprogramm erarbeitet.

„Die politischen Veränderungen in den Vereinigten Staaten nach der Wahl des neuen Präsidenten Donald Trump haben sich bislang nicht auf die Kontakte zu New Melle ausgewirkt“, erklärte Gottfried Müller. Der Deutsch-Amerikanische Freundeskreis sei nach wie vor sehr aktiv, trotz Differenzen auf höherer politischer Ebene.

Weitgehend unverändert und positiv laufen die anderen Partnerschaften der Stadt Melle, wie mit Jakabpils in Lettland. Zum Geranienmarkt werden Delegationen aus Melle in Frankreich, Melle in Belgien und aus Bad Dürrenberg erwartet. Die Vertreter aus dem belgischen Gent werden möglicherweise vom dortigen Bürgermeister begleitet.

Die Gemeinde Eke bei Gent wird im Sommer von Eickenern angesteuert, die am Treffen der vier Eichendörfer teilnehmen. Ende Mai ist die Patenstadt Melle wieder Gastgeber des Regenwalder Heimattreffens mit Vertriebenen aus dieser Region in Pommern und deren Nachkommen.


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