Seltenes Projekt erfolgreich Melle: Azubis als Sparkassen-Manager

Von Marita Kammeier


Melle. Personalwechsel bei der Kreissparkasse: Für zwei Wochen übernahmen neun Auszubildende im dritten Lehrjahr die Hauptgeschäftsstelle in der Mühlenstraße. Das spannende und durchaus risikoreiche Projekt war eines der ersten in Niedersachsen.

„Ach, so viele neue Gesichter, sind Sie ausgesourct worden durch Jüngere?“ Erstaunt reagierten einige Kunden beim Besuch der Kreissparkasse in der Mühlenstraße. Anderen wiederum war nichts aufgefallen, denn eigentlich sah alles aus wie immer beim Betreten der weiträumigen Kundenhalle.

Den enormen Leistungsdruck im Bewusstsein der übertragenen Verantwortung überspielte die Projektgruppe äußerst professionell. Kein Kunde sollte warten, kompetent und schnell reagierten die Azubis auf die Herausforderungen des beruflichen Alltags. Auf der Empore der Sparkassenhalle erschienen des Öfteren Vorstandsmitglieder, um zu schauen, ob im Kundencenter auch alles korrekt seinen Lauf nahm.

„Seit Januar werden sie vorwiegend in Eigenregie auf diesen besonderen Einsatz vorbereitet“, erklärte die Projektleiterin Birgit Vogt. Von der Organisation der Geschäftsstelle, den etwa 90 Kundengesprächen bis zur Betreuung der Kundenschließfachanlage und der Selbstbedienungsgeräte seien sie für alles verantwortlich.

„Intensive Zeit“

Im einheitlichen schwarz-roten Outfit war das Azubi-Team leicht zu erkennen. Das Stammpersonal half bei der Vorbereitung, nutzte die Zeit für Urlaubstage oder arbeitete in anderen Abteilungen. Nur die Kassierer blieben an ihrem Platz.

„Wir wussten nicht, was auf uns zukommen würde. Jetzt bin ich traurig, dass es schon zu Ende ist. Es war eine anstrengende und intensive Zeit, in der wir das Berufsleben richtig kennengelernt haben.“ Geschäftsstellenleiterin Viktoria Hagelganz organisierte im Büro des eigentlichen Stelleninhabers die Arbeitsabläufe und rief das Team jeden Abend zur Besprechung zusammen.

Was beeindruckte sie besonders am Job der Führungskraft? „Das Vertrauen im Team, und dass wir uns jederzeit aufeinander verlassen konnten. Das habe ich nicht erwartet.“ Für jedes Fachgebiet gab es mehrere Experten, zum Beispiel Theresa Möller für die Kundenschließfächer, Jasmin Weickert und Daniel Schirmbeck für die Geldautomaten.

Jan Segermanns Fazit im Bereich Service und Beratung lautete: „Das Schönste ist, wenn die Kunden zufrieden rausgehen und Danke sagen.“ Für alle Azubis war das Projekt die perfekte Vorbereitung auf die Abschlussprüfung im November.

Die nächste Chance für einen Ausbildungsplatz bei der Kreissparkasse ist August 2014. Voraussichtlich werden sieben bis neun Auszubildende eingestellt. Voraussetzung ist ein guter Realschulabschluss. Bewerbungen online unter www.ksk-melle.de/ ausbildung.