Rhythmus vom Kopf bis in die Zehen Falko Wermuth begeistert mit Gottesdienst in Melle

Von Conny Rutsch

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Melle. In den Kirchenbänken blieb am Sonntagvormittag so gut wie niemand still sitzen, auch wenn Gottesdienst gefeiert wurde. Den gestalteten gleich drei Chöre gleichzeitig mit ihren mitreißenden und rhythmischen Gospelsongs unter der Leitung des Bremer Musikers Falko Wermuth.

Fast 60 Sängerinnen und Sänger hatten bei ihm am Samstag an einem Gospelworkshop teilgenommen, der den Lindensaal des Fritz-Kamping-Hauses sicherlich zum Kochen brachte.

Die Chöre hatte deren Chorleiterin Christina Hindersmann zusammengebracht: die „Cheerful Voices“ aus Oldendorf, „Pink of Chors“ aus Ibbenbüren und die „Mauritius Gospelsingers“ aus Dissen. Bei CD-Aufnahmen für den Bremer Gospelpapst Micha Keding hatte sie Falko Wermuth kennengelernt und für den Workshop gewinnen können.

Unter dem Thema „Afrikanische Gospel mit Bewegung“ studierten die drei Chöre fünf vierstimmige Gesänge ein und kamen dabei „voll auf Touren“, wie aus dem Workshop berichtet wurde. Mit „rhythmischem Rumstehen“, wie es der temperamentvolle Workshopleiter nannte, also mit tanzenden Bewegungen auf der Stelle, mit Klatschen und Trommeln fordete und fördete er die Chorsänger auf seine ganz besondere Weise. Und mit Temperament und ansteckender Fröhlichkeit führte er die Sänger nicht nur durch den Workshop, sondern auch durch den Gottesdienst, forderte die Gemeinde zum Mitklatschen auf und erhielt für Chorauftritte mehrfach begeisterten Applaus. „Ihm steckt der Rhythmus vom Kopf bis zu den Zehen im Körper“, hieß es aus dem Workshop, den er mit Humor und Witz für die Sänger gestaltete.

Ralf Halbrügge, Pastor in Oldendorf, der zusammen mit seinem Bennier Amtskollegen Matthias Hasselblatt diesen großen Gottesdienst leitete, ließ sich vom Gesang der Chöre anstecken und begann seine Predigt seinerseits mit Gesang, einem Gospelboogie von Jonny Cash. Dass schon in der Bibel nicht nur in den Psalmen von Gesang, Musik und Tanz berichtet wird, war sicherlich vielen Gottesdienstbesuchern nicht so geläufig. Passend zu den afrikanischen Gospelsongs gestaltete er seine Predigt ganz im Zeichen der Musik.

Alle fünf frisch einstudierten Lieder präsentierte der Riesenchor schwungvoll, emotional und erstaunlich sicher nach dem Probentag, mit besonderer Andacht das afrikanische Vater unser, Baba Wethu, zum Ende dieses ungewöhnlichen Gottesdienstes.

Und auch wenn die afrikanischen Texte fremd klangen, so transportierten sie doch das, was der Name „Gospel“ sagt, die „gute Nachricht“ aus dem Liedgut der schwarzamerikanischen Sklaven des 19. Jahrhunderts.


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