Gegen das Insektensterben Blühwiesen-Projekt „Blumiges Melle“ gestartet

Von Simone Grawe

Blumenwiesen sind nicht nur etwas für die freie Natur. Foto: dpaBlumenwiesen sind nicht nur etwas für die freie Natur. Foto: dpa

pm/awe Melle. Jetzt wird es bunt: Das Projekt „Blumiges Melle - Insektenschutz durch Blühwiesen - mit Aspekten der Umweltbildung“ ist in diesen Tagen an den Start gegangen. Dieses Projekt hat die gemeinnützige Unternehmergesellschaft „Umweltschutz und Lebenshilfe“ aus Melle ins Leben gerufen.

Hintergrund ist die Tatsache, dass seit einigen Jahren ein nicht zu übersehendes Insektensterben zu verzeichnen ist; mit schweren Schäden für die heimische Artenvielfalt. Dem möchte das Projekt nun entgegenwirken.

Innerhalb dieses Projektes können Firmen, Bürger, Vereine, Schulen und andere Flächen zur Verfügung stellen, auf denen nun in den kommenden Wochen gemeinschaftlich mit regionalem Saatgut Blühwiesen für Insekten (zum Beispiel Honig- und Wildbienen - dazu gehören auch die Hummeln und Schmetterlinge - angelegt werden.

„Geht das Insektensterben so weiter, so steuern wir auf ein Drama in der Natur hin“, erklärt Initiator Kai Behncke: „Arten sterben aus und Nahrungsketten werden massiv unterbrochen. Dieses kann einen nachhaltigen Schaden, zum Beispiel für die heimische Vogelwelt, anrichten. Und wenn es keine Insekten mehr gibt, wer bestäubt dann die heimischen Blüten? Betroffen werden auch die regionale Landwirtschaft und wir Endverbraucher sein.“

Karsten Wachsmuth, ebenfalls Projektinitiator, fügt hinzu: „Oftmals sind es gerade die Lebewesen, die wir nicht unmittelbar sehen, die unsere Unterstützung benötigen.“

Hauptursache des Insektensterbens ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft aber auch die Gestaltung steriler, naturfremder Gärten.

Und dennoch, so die beiden Projektleiter, sei es wichtig, hier niemanden „an den Pranger zu stellen“. „Die Herausforderung ist mittlerweile so groß, dass diese nur noch gemeinsam gelöst werden kann“, sagt Wachsmuth.

Umso mehr beeindruckt die große Anzahl der Meller Bürger sowie der unterschiedlichen Gruppierungen, die das Projekt aktiv unterstützen. Insgesamt können so 60000 qm Fläche in Blühwiesen umgewandelt werden. Verschiedene Landwirte helfen ebenso dabei wie auch der Meller Imkerverein sowie der Verein der Vogelfreunde Bruchmühlen.

Prominente Begleiter

Insbesondere der Meller Imkerverein ist hervorzuheben, betreibt dieser doch schon seit vielen Jahren wichtigen Natur- und Artenschutz. Mitglieder des Imkervereins werden innerhalb des Projektes Honig abfüllen, der auch von den angelegten Blühwiesen von den Bienen eingetragen wurde. Vereinsvorsitzender Siegfried Schünke: „Da der Anbau von Monokulturen weiterhin zunimmt und dadurch die Versorgung der Bienen mit Nektar und Pollen immer schlechter wird, ist das Projekt sehr zu begrüßen und wird gerne vom Imkerverein Melle unterstützt.“

Das Projekt begleiten darüber hinaus auch die Grundschule Westerhausen, die Grundschule Riemsloh sowie die IGS. Deren Kinder werden beim Einpflanzen des Saatgutes tatkräftig helfen. Die Stadt hilft ebenfalls bei der Bearbeitung von Flächen. Die BürgerStiftung der Kreissparkasse Melle unterstützt das Projekt großzügig. Auch verschiedene Kirchengemeinden wie Neuenkirchen, Riemsloh-Hoyel und Achelriede sowie gastronomische Einrichtungen stellen Blühflächen zur Verfügung.

Karsten Wachsmuth: „Es ist toll, wie viele Menschen aus Melle und der näheren Umgebung mitmachen. Damit hatten wir zu Beginn der Planungsphase nicht gerechnet“. Kai Behncke: „Beeindruckend ist auch, wie viele überregionale Stiftungen sich beteiligen. Das Saatgut und die benötigten Maschinen sind nicht ganz günstig. Zudem werden wir etwa 40 Lehr- und Lernschilder aufstellen. Hier helfen uns die Meller BürgerStiftung, die Allianz Umweltstiftung, die Beatrice Nolte Stiftung für Natur- und Umweltschutz aus Lübeck sowie die „Tierschutz-Stiftung Wolfgang Bösche“ aus Braunschweig und die Europa Möbel-Umweltstiftung aus Fahrenzhausen.“

Als besonderen Kniff haben sich die Projektinitiatoren etwas Ungewöhnliches einfallen lassen. Karsten Wachsmuth: „Ein bisschen Geld fehlt noch für das Projekt. Wir haben daher Prominente gebeten, kleine thematische Zeichnungen zu erstellen, welche wir bald versteigern werden. Klaus J. Behrendt (Tatort Kommissar Ballauf), Axel Prahl (Tatort Kommissar Thiel) sowie Bjarne Mädel (bekannt aus „Mord mit Aussicht“) und Charly Hübner sind schon dabei.“ Auch die Niedersächsische Bingo Umweltstiftung fördert das Projekt.


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