„Herausragende Einzelleistung“ Film mit Meller Beteiligung erhält Landespreis

Von Marek Majewsky

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Melle/Hannover. Abigail Mathew und ihr Team sind für ihren Dokumentarfilm „Flucht 1937“, in dem viele Meller Darsteller zu sehen sind, mit dem Schülerfriedenspreis ausgezeichnet worden. Niedersachsens Bildungsministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) bezeichnete sie als Vorbilder „demokratischen Engagements“.

Abigail Mathew und ihr Team sind für ihren Dokumentarfilm „Flucht 1937“, in dem viele Meller Darsteller zu sehen sind, mit dem Schülerfriedenspreis ausgezeichnet worden. Niedersachsens Bildungsministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) bezeichnete sie als „Vorbilder demokratischen Engagements“.

Der Film ist eine „herausragende Einzelleistung“, sagte Heiligenstadt bei der Preisverleihung in Hannover. Im frisch renovierten Gästehaus der Landesregierung wurde Abigail der Preis überreicht. „Ich kann das alles noch gar nicht realisieren“, erzählte Abigail, die Initiatorin des Films, auf der Veranstaltung.

Der Schülerfriedenspreis zeichnet Leistungen aus, die sich unter anderem mit der Aufarbeitung von Terrorherrschaft, dem friedlichen Zusammenleben oder der Völkerverständigung auseinandersetzen.

„Anfangs dachten wir, dass wir den Film vielleicht in der Schule aufführen. Mit mehren Kinoveranstaltungen und dem Schülerfriedenspreis hätten wir nie gerechtet“, freut sich Abigail. „Wahnsinn“, findet auch Vater Mark Mathew, „alles was passiert ist, Kinopremieren, Auslandsanfragen und jetzt die Preisverleihung, das ist alles schwer zu verdauen.“ Der Vater unterstützte das Projekt nicht nur bei der Recherche, sondern auch bei der Umsetzung, da er früher beruflich im Filmgeschäft tätig war.

Aus den USA, Israel, Großbritannien und den Niederlanden gebe es bereits Anfragen, den Film vorzuführen, berichtet die Schülerin in Hannover. Mit dem Preisgeld von 500 Euro, so überlegt Abigail, könnte die englische Synchronisation finanziert werden, an der aktuell gearbeitet wird.

Der 90-minütige Film erzählt die Geschichte ihres Urgroßvaters und seiner Flucht vor den Nazis. „Es darf nicht in Vergessenheit geraten, was damals passiert ist“, betont die 15-Jährige auf der Preisverleihung. Gedreht wurde an den Originalschauplätzen in Melle, Osnabrück und Amsterdam, wobei Abigail tatkräftige Unterstützung von über 70 Freiwilligen hatte. Viele Meller beteiligten sich als Laienschauspieler an dem Projekt. Unter anderem waren viele Mitarbeiter der Sparkasse auf der Leinwand zu sehen, nicht zuletzt deswegen, weil Abigails Vater in der Hauptstelle in der Mühlenstraße arbeitet. Auch die Kulisse hat ihren Ursprung zu Teilen in Melle. Das Automuseum steuerte für die Drehs drei Pkw aus der damaligen Zeit bei.

Abigail bekam in Hannover nicht nur selbst etwas, sie hatte auch ein Gastgeschenk für die Ministerin dabei. Am Rande der Veranstaltung überreichte sie ihr eine DVD ihres Werkes. Der Film stieß auf ein breites Medieninteresse. Unter anderem berichtete neben der „Neuen Osnabrücker Zeitung auch die „taz“, der „NDR“ oder „RTL“ über das Projekt.

Weitere Gewinner des diesjährigen Schülerfriedenspreises kommen aus Osterholz-Scharmbeck, Hannover, Hemmingen und Peine. Der Preis wird seit 1993 verliehen.


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