Kurze Sätze, viele Pointen Meller Comedy-Saloon sorgt für starke Unterhaltung

Von Marek Majewsky

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Gute Mischung aus diversen Humorsorten: Marcel Exner, Udo Wolff, James Allan und Paco Erhard (von links) zeigten ihr Können. Foto: Marek MajewskyGute Mischung aus diversen Humorsorten: Marcel Exner, Udo Wolff, James Allan und Paco Erhard (von links) zeigten ihr Können. Foto: Marek Majewsky

Oldendorf. In gemütlicher Atmosphäre wurden im Comedy-Saloon in Westerhausen am Samstag Lacher im Minutentakt produziert.

Mit Schwung betritt Marcel Exner , Moderator des Abends, am Samstag die Bühne. Der Oberhausener Stammgast hat bislang zwei Veranstaltungen verpasst, und freut sich jedes Mal, wenn er sich ein neues Detail aus Melle humoristisch vornimmt. An diesem Wochenende schießt er sich auf die seiner Meinung nach nicht existenten Meller Berge ein. Sein Fett bekommt auch ein Junggesellenabschied weg, dessen Mitglieder, insbesondere der Bräutigam in spe, in auffällig hoher Tonlage, nun, äh, gröhlen. Ob er sich schon vor der Ehe habe kastrieren lassen, pflaumt Moderator Exner herüber und er wird im Verlauf des Abends nicht der einzige sein, der sich den Junggesellen on tour widmet.

Udo Wolff , der erste Comedian auf der Bühne, berichtet anschließend ehrlich, authentisch und phasenweise derb von seinen ganz persönlichen Erfahrungen. Der Aachener hat das Publikum bereits nach wenigen Minuten von sich überzeugt. „Wie aus dem Leben gegriffen“, beschreibt Kathrin Mooren aus Oldendorf eine Situation, die der Entertainer zu Beginn schildert: Die Tochter verschwindet zum Unverständnis des Vaters zwei Stunden mit ihrem Smartphone im Badezimmer. In seiner Jugend sei dies nur der Fall gewesen, wenn er zufällig eine „Fachzeitschrift“ seines Vaters gefunden hätte. Als er es wagt, das Badezimmer zu betreten, findet er seine Tochter in diversen Verrenkungen vor dem Spiegel. Posen für Selfies. „Es ist schon paradox“, merkt Wolff an, „da hat die ein Hightech-Gerät in der Hand und mutiert plötzlich zum Affen.“

Für internationales Flair sorgt der Brite James Allan, bei dem vor allem Amerikaner im humoristischen Fadenkreuz stehen. „Die sind wie Familie, wir haben sie uns nicht ausgesucht.“ Der englische Comedian kommt indes, gemessen an der Anzahl der Lacher, beim Meller Publikum jedoch nicht annähernd so gut an wie zuvor Wolff.

Der Berliner Paco Erhard entert als nächstes die Bühne und auch er hat zunächst einiges zu den Meller Bergen zu sagen. „Das hier ist wie Wattenmeer, nur trocken“, beschreibt er seinen Eindruck des Grönegaus. Am Sonntag posted er dann („liebe Grüße aus Berlin!) ein Foto auf der Comedy-Saloon-Seite bei Facebook , das „den Meller Berg“ zeigt.

Im weiteren Verlauf zielt Erhard dann allerdings pointiert auf die Leistungsgesellschaft ab. Auch die Waldorfpädagogik sei bereits in den „Asi-Vierteln“ angekommen, hat der Berliner festgestellt. Letztens habe ihn in Neukölln ein 13-Jähriger mit Capoeira bedroht. Ein brasilianischer Kampftanz. So konnten sich nicht nur Eltern von pubertierenden Kindern, sondern auch jüngere Zuschauer mit dem Programm identifizieren.

Nach der fast vierstündigen Veranstaltung herrschte laut Saloon-Betreiber Thomas Erke noch so gute Stimmung, dass die letzen Gäste erst gegen 5 Uhr morgens den Heimweg angetreten haben. Eine weitere Besonderheit: Beim Comedy-Saloon sind auch die Künstler nach jeder Veranstaltung an der Theke anzutreffen, bekanntlich der schönste Platz.

Für den kommenden Comedy-Saloon am 22. April sind bereits dreiviertel der Karten verkauft. Die letzte Veranstaltung vor der Sommerpause soll ein Höhepunkt werden: „Ich denke, dass wir nächstes Mal die besten Künstler der gesamten Reihe am Start haben“, meint Erke. Er ist zuversichtlich dass sich die Reihe etablieren wird und weitere Comedyabende Meller Zwerchfelle erschüttern. Der übernächste Termin wird voraussichtlich im September stattfinden.


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