Ankunft von 26 Neuen Integration anscheinend in Melle gelungen

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Viel Spaß im Schnee: Die syrische Familie in Riemsloh freut sich mit Nils Oberschelp und Verena Niemeyer (links) über ihre Bleibe-Perspektive. Foto: Norbert WiegandViel Spaß im Schnee: Die syrische Familie in Riemsloh freut sich mit Nils Oberschelp und Verena Niemeyer (links) über ihre Bleibe-Perspektive. Foto: Norbert Wiegand

Melle. Das hatten so manche Beobachter nicht mehr erwartet: In einen der beiden Riemsloher Wohncontainer sind doch noch mal elf Flüchtlinge eingezogen. Insgesamt hat die Stadt Melle seit Mitte November 26 neue Flüchtlinge aufgenommen. „Bis zum Jahresende 2017 sollen wir uns auf bis zu 251 weitere Flüchtlinge einstellen“, nennt der städtische Flüchtlingskoordinator Nils Oberschelp aktuelle Vorgaben der Landesaufnahmebehörde.

Zu den elf Flüchtlingen in Riemsloh gehört auch eine fünfköpfige Familie aus dem Norden von Syrien. Mutter Almaz Sido, Vater Ahmed Otmon, Sohn Hussein (6) und die Töchter Janeh (2) und Fatima (9 Monate) können in Deutschland bleiben, ihr Asylantrag wurde angenommen. „Wir können uns jetzt glücklicherweise auf einen längeren Aufenthalt in Melle einstellen“, erklärt Almaz Sido, die schon ein sehr gutes Verständigungs-Deutsch gelernt hat.

Sogar die kleine zweijährige Janeh versteht jedes Wort, mit dem sie auf deutsch angesprochen wird und hat keinerlei Berührungsängste gegenüber dem neugierigen Reporter. Beim unangemeldeten Besuch am Mittwoch war Sohn Hussein im Kindergarten und Vater Ahmed im täglichen Sprachkurs.

Erfolge wegen Sprach- und Integrationskursen

Für Sozialarbeiterin Verena Niemeyer ist diese syrische Familie ein Beispiel gelingender Integration. Solche Integrationserfolge seien keine Einzelfälle, sondern tatsächlich die Regel. „Von Begegnung zu Begegnung werden die Gespräche mit den Flüchtlingen für mich einfacher“, geht auch Nils Oberschelp auf seine größtenteils positiven Erfahrungen ein. Diese Erfolge seien auf die angebotenen und gut genutzten Sprach- und Integrationskurse zurückzuführen. Vor allem der engagierte Einsatz der Ehrenamtlichen leiste dabei entscheidende Beiträge.

„Es gibt Bekanntschaften, Freundschaften und regelmäßige Teilnahmen an Vereinsaktivitäten“, so Niemeyer. Ein „Fußballer“, der vor Monaten aus dem Riemsloher Wohncontainer in eine Meller Wohnung umgezogen ist, kommt immer noch regelmäßig mit dem Fahrrad zum Training nach Riemsloh.

Großes Stück Integration geschafft

In der Neuenkirchener Sammelunterkunft mit bis zu 50 Plätzen leben derzeit 35 Flüchtlinge, die von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen intensiv betreut werden. Verena Niemeyer von der Diakonie ist für die Flüchtlinge in Neuenkirchen und Riemsloh zuständig. 56 vorher in Neuenkirchen untergebrachte Asylbewerber und Asylanten sind bereits in private dezentrale Wohnungen umgezogen, sodass immer wieder Platz für neue Flüchtlinge entstand. „Dies ist der Bereitschaft vieler Meller Wohnungseigentümer zu verdanken“, erläutert Oberschelp. „So haben sich viele Flüchtlinge ohne Komplikationen im Stadtgebiet verteilt, wir Meller haben bei den bislang zugewiesenen 213 Flüchtlingen ein großes Stück Integration geschafft.“

Durch die neu eingetroffenen Flüchtlinge ist aber wieder neuer Bedarf an Wohnraum entstanden. „Vor allem fehlen uns kleine Wohnungen bis zu 50 Quadratmeter“, ergänzt Niemeyer. Auch die fünfköpfige syrische Familie in Riemsloh hat noch keine geeignete Wohnung gefunden, da diese wegen einer Gehbehinderung möglichst ebenerdig sein sollte.


Zahlen, Daten, Fakten

Für die Zeit vom 1. Dezember 2015 bis zum 15. November 2016 wurde der Stadt Melle eine Quote von 338 Flüchtlingen zugeteilt. Tatsächlich zugewiesen wurden 187 Personen. Dabei handelte es sich um Syrer (65 Prozent), Iraker (17 Prozent), Libanesen (7 Prozent), Sudanesen (3,5 Prozent), Iraner (2 Prozent) und Sonstige (5,5 Prozent).

Die zu erwartende Quote vom 15. November 2016 bis zum 31. Dezember 2017 liegt bei 277 Zuweisungen. Davon sind bis jetzt 26 Personen in Melle angekommen. Die meisten sind Iraker und Afghanen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren. Elf Personen wurden vor zwei Wochen in Riemsloh untergebracht: eine fünfköpfige syrische Familie, zwei Frauen aus dem Irak, eine Frau aus Somalia, ein Ehepaar aus der Elfenbeinküste und ein jetzt 18-Jähriger, der zuvor als unbegleiteter Flüchtling von der Jugendhilfe betreut wurde.

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