Spenden aus der Bücherscheune Neuenkirchener helfen der Bambusschule in Laos

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Neuenkirchen. „Unsere Schiplager Bücherscheune hat zwar ihren Sinn erfüllt und ist sehr erfolgreich beendet worden, aber unser Engagement für die Bambusschulen in Laos geht selbstverständlich weiter“, so lautet das Fazit von Ulrike Meyerdrees.

Der Abschluss ihres erfolgreichen Projektes, bei dem 16.000 zufällig gefundene neuwertige Bücher für 50 Cent verkauft wurden, ist für die Schiplagerin und Ehemann Manni Fischer aber kein Grund sich zufrieden zurückzulehnen. „Die Schulkinder und Familien in der weit abgelegenen Region im Norden von Laos brauchen weiterhin unsere Hilfe“, erklärt Ulrike Meyerdrees, die sich bereits mehrfach persönlich vor Ort über die Verwendung von Spendengeldern informiert hat.

Reise auf schmalen Bretterbooten

Schon die Anreise in das Gebiet, in dem der Verein „Die Bambusschule“ als Hilfsorganisation tätig ist, ist ein besonderes Erlebnis: Nach einem 14-stündigen Flug folgt eine dreistündige Busfahrt zu einem Fluss. Von dort wird die Reise mit schmalen Bretterbooten fortgesetzt. An dem Fluss liegen bereits einige der Dörfer, die vom Verein „Die Bambusschule“ unterstützt werden. Zum Bergort Ban Houay Lor, in dem die erste Bambusschule im Jahr 2006 errichtet wurde, sind es vom Fluss aus nochmals vier Stunden Fußweg durch unwegsames Gelände. „Während der Regenzeit war dieser Weg völlig verschlammt“, erinnern sich Clarissa Peters und Ulrike Meyerdrees an einen besonders beschwerlichen Fußmarsch.

Aus der Armut herauskommen

Die dortige Schule wurde in laotischer Bauweise teils aus Bambusholz errichtet. Die offenen Fenster ohne Glas sind mit Bambusstangen vergittert. „Damit wird verhindert, dass Hühner und andere herumlaufende Tiere in Schulräume eindringen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Bodo Peters den praktischen Sinn der Gitter, die dem Verein „Die Bambusschule“ ihren Namen gegeben haben. „Bildung ist der Schlüssel für die heranwachsende Generation, um aus Armut herauszukommen“, geht Ulrike Meyerdrees auf die Kernziele des Vereins ein.

Bau einer vierten Grundschule hat begonnen

„Die Bambusschule“ konzentriert sich ganz auf den einen Distrikt Muang Ngoi im Norden von Laos und will ihre Hilfstätigkeit räumlich nicht weiter ausdehnen. Bodo Peters: „Dort ist noch so viel zu tun, wir kennen bereits die Politiker und Verwaltungsbeamten, sind bei der Bevölkerung geachtet und bekannt.“ Der Verein betreut dort drei Grundschulen, eine weiterführende Schule und ein Dorfinternat.

Der Bau einer vierten Grundschule hat kürzlich begonnen, wie immer unter Einbeziehung der Dorfbevölkerung. Außerdem werden zur beruflichen Förderung Kurse in Betonbau und Metallverarbeitung durchgeführt. „Diese von handwerklich versierten Rentnern geleiteten Kurse sind sehr erfolgreich“, berichtet Peters. In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass nicht nur Geldspenden willkommen sind, sondern auch ehrenamtliche Mitarbeit vor Ort. Nähere Informationen sind auf www.die-bambusschule.de zu finden.

Filter für sauberes Trinkwasser

Neben Schulbildung ist medizinische Hilfe der zweite Schwerpunkt des Vereins. Im kleinen Krankenhaus des Marktortes werden an Markttagen bis zu 200 Patienten behandelt. Beispielsweise werden dort Knochenbrüche fachgerecht operiert, die sich manchmal schon mehrere Wochen vorher ereignet haben. Für Augen-OPs steht zeitweise ein unentgeltlich arbeitender deutscher Augenarzt zur Verfügung. Außerdem werden medizinische Freiwillige aus den entlegenen Dörfern in Hygiene, Geburtshilfe oder Erster Hilfe geschult. Besonders wichtig ist die Verteilung von Filtern, da das Trinkwasser häufig verunreinigt ist und zu vielen Erkrankungen führt.

Als Helfer mitgereist

Trotz des Auslaufens der Bücherscheune mit nur noch kleinen Restbeständen an Büchern freut sich der Vorsitzende Bodo Peters immer noch über Spenden aus Melle für „Die Bambusschule“. So hat Helmut Gerker aus Groß Aschen das Modell einer Bambusschule als Gartenhaus ersteigert und ist selbst als Helfer mit nach Laos gereist. Die Neuenkirchener Landfrauen haben nach einem Vortrag spontan 350 Euro für das Projekt gesammelt. „Wir wollten in der Weihnachtszeit eine aus Neuenkirchen kommende Initiative unterstützen“, erklärten unisono die Landfrauen-Vorsitzende Renate Paland und Gerlinde Tönsing.


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