Bühnenspaß beim Laienspielwettbewerb Mörderisch unterhaltsamer Auftakt in Melle-Riemsloh

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„Mörderstund ist ungesund“ stellten die „Oldstars“ der katholischen Jugend zum Auftakt des Laienspielwettbewerbs in Riemsloh fest. Foto: Petra Ropers„Mörderstund ist ungesund“ stellten die „Oldstars“ der katholischen Jugend zum Auftakt des Laienspielwettbewerbs in Riemsloh fest. Foto: Petra Ropers

Riemsloh. Einen gelungenen Auftakt nahm am Samstag der Laienspielwettbewerb in Riemsloh. Zum 45. Mal bewies der Schauspieler-Nachwuchs sein Talent auf der Bühne. Mit ihrem Langstück sorgten die „Oldstars“ dabei gleich am ersten Abend für mörderisch gute Laune.

Freiherr Heinrich von Putzstein hat es nicht leicht: Das psychiatrische Sanatorium, das er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin auf seinem Schloss betreibt, schreibt nur gerade so schwarze Zahlen. Ein Großteil des Geldes fließt in die Taschen der Noch-Ehegattin. Die verweigert nicht nur die Scheidung, sondern plant zudem die Umwandlung des Sanatoriums in ein Edel-Casino. Der geplagte Freiherr sieht nur noch einen Ausweg: Eine „endgültige Lösung“ des zwischenmenschlichen Problems muss her.

Humorvolles Spiel

Zur Laienspielwoche des Stadtteiljugendrings Riemsloh-Bruchmühlen bescherten die „Oldstars“ der katholischen Jugend in der Regie von Christoph Kleine-Börger und Julia Fluchtmann den Theaterfreunden einen geradezu kriminell unterhaltsamen Abend. Mit sichtlichem Spaß am humorvollen Spiel agierten sie auf der liebevoll und detailreich ausgestalteten Bühne. Vergnüglich reizten sie dabei einschlägige Klischees aus und ließen ungleiche Charaktere aufeinanderprallen.

Denn wunderliche Gestalten bevölkern das Sanatorium von Heinrich (David Lohkemper) und seiner Lebensgefährtin, der Psychiaterin Franziska (Maria Koepsel). Jüngster Neuzugang ist Herr Brandner (Elisa Jensen), der sich für Nero hält und gemeinsam mit Lucrezia Borgia, alias Frau Retterspitz (Nathalie Wilken), Rom in Brand setzen will. Frau Murmelreich (Joanna Köchy) spürt als Agatha Christie eingebildeten Verbrechen nach. Herr Korsikowski (Julia Fluchtmann) ruft als Napoleon da gleich nach der Guillotine, während Hunnenkönig Attila, alias Herr Hunnermeier (Christoph Kleine-Börger) seine Kommunikation auf ein drohendes Knurren beschränkt.

Kuriose Gemeinschaft

Sie alle haben sich eingerichtet im Schloss. Doch die kuriose Gemeinschaft, zu der auch die überarbeitete Krankenschwester Agathe (Imke Honerkamp) und Köchin Berta (Lara Beckmann gehören, ist akut bedroht. Denn Ägidie von Putzstein (Laura Bünger) ist fest entschlossen, die „Wertschöpfungspotenziale“ des Schlosses besser zu nutzen. Unterstützung erhält sie dabei von der mit Fachbegriffen nur so um sich werfenden Beraterin Dörte (Annika Bextermöller).

Ägidie engagiert einen Gärtner (Michael Wilken) für ein gepflegtes Ambiente, der Schlossherr in seiner Not einen Auftragskiller unter dem Decknamen Gärtner (Tim Frentrup). Und auch die Patienten schmieden mörderische Pläne zur Rettung des Sanatoriums. Die erste Leiche lässt dann auch nicht lange auf sich warten. Ein klarer Fall für Klara Fall (Lea Beckmann) und ihre Kollegin Mechthild Witzig (Lisa Bonhaus): Der Mörder scheint diesmal tatsächlich der Gärtner zu sein – nur welcher?

Zuschauer und Jury rätselten mit und amüsierten sich köstlich über wandernde Leichen, witzige Wortspiele, herrlich überreizte Klischees und ein Ensemble, das bemerkenswert routiniert für einen rundum gelungenen Theaterabend sorgte. Und der Spaß auf den Bühnenbrettern geht weiter: Am Mittwoch präsentieren die „Affenbande“ und „Die süßen Pfefferkörner“ ab 19 Uhr die beiden Kurzstücke des 45. Laienspielwettbewerbs.


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