Arbeitsalltag im Fünf-Sterne-Hotel Nicole Eickhoff aus Melle: Als Azubi in Spanien

Von Marita Kammeier


Melle. „Jeden Tag eine frische Hibiskusblüte für die Schöne aus Alemania“, das hörte die zukünftige Gärtnerin Nicole Eickhoff bei ihrem dreiwöchigen Auslandspraktikum in einem Fünf-Sterne-Hotel in der Nähe von Benidorm/Spanien.

Wenn sich fünf 20-jährige Mädels aus dem Raum Osnabrück auf den Weg in Richtung Alicante/Spanien machen, dann erweckt das schon Interesse im Ausland. „Seid Ihr sicher, dass Ihr hier wirklich arbeiten wollt?“ Bereits am ersten Arbeitstag staunten die spanischen Kollegen über die zusätzlichen Arbeitskräfte aus Deutschland. Das hatten sie in Benidorm noch nicht gesehen, da dieser Berufszweig überwiegend in männlicher Hand ist.

Die Gärtner staunten noch viel mehr, als die geballte Frauenpower mit Heckenscheren ausgerüstet energiegeladen durch die großzügigen Gartenanlagen mit mehreren Swimmingpools marschierte. Der Bereich in den Ausmaßen von vier Fußballfeldern umrundete das im Asiastil designte 1000-Betten-Hotel. Sofort erkannten die Mädchen, dass die während ihrer Ausbildung erworbene fachliche Kompetenz im Ausland Eindruck erweckte. Die Kommunikation mit Ansprechpartner Javi und den anderen Mitarbeitern erfolgte in englischer Sprache und spanischer Google-Übersetzung. Die Vokabeln palmeras (Palmen), bananos (Bananenstauden) und mantillo (Gartenerde) prägten sich schnell ein.

Entspanntes Arbeiten

„Hola jardineras“ (hallo Gärtnerinnen) flüsterten die spanischen Kollegen morgens um 7 Uhr, denn um diese Zeit lautete die Anweisung „leise arbeiten“, um die Urlauber nicht zu stören. Die Aufgaben reichten vom Pflegeschnitt der Palmen bis zum Laubharken, Pflanzen von Begonien und Alpenveilchen sowie dem Verteilen von Rindenmulch - alles bekannte Tätigkeiten aus deutschen Betrieben.

Mit Golfcaddys fuhren die Auszubildenden anschließend zum Grünabladeplatz, bevor sie um 15.30 Uhr den Feierabend einläuteten. „Total entspannte Arbeitstage mit Sonne, warmen Temperaturen um die 30 Grad im November und wunderschönen farbenprächtigen Blüten“, so lautete das übereinstimmende Fazit von Lea, Lena, Isabell, Katharina und Nicole. Am Wochenende mieteten die Azubis zusammen ein Auto, und die Mellerin drehte ein Videotagebuch von Ausflügen nach Valencia, an die Küste, ins Landesinnere und filmte die lustigen Ziegen in den Höhlen.

„Ich war noch nie weiter fort von Zuhause als in den Niederlanden“, berichtete Nicole, die zukünftige Gärtnerin im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau. Heute arbeitet sie wieder bei Firma Hüpel, wo sie den Außenbereich des Neubaus am evanglischen Seniorenstift mitgestaltet. Den Arbeitseinsatz im Ausland im Rahmen des Erasmus-Plus-Projekts bezeichnet die Auszubildende als Erfolg. „Neben zusätzlichen Fach- und Fremdsprachenkenntnissen habe ich Einblicke in die Kultur, Natur und Geschichte des europäischen Nachbarlandes erhalten.“

Und was sagt die Chefin Sabine Hüpel: „Das Auslandspraktikum war ein Gewinn für beide Seiten.“ Nach Abschluss ihrer Ausbildung plant die 20-jährige einen Arbeitseinsatz in englischen und französischen Gärten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN