Ein Bild von Kirsten Muck
01.01.2017, 15:04 Uhr KOMMENTAR

Tierschützer mit Problem nicht alleine lassen

Ein Kommentar von Kirsten Muck


Eine verwilderte Katze läuft über einen Weidezaun. Tierschützer, Jäger und Politiker in Melle wollen, dass frei lebende Katzen kastriert werden. Foto: Julian Stratenschulte/dpaEine verwilderte Katze läuft über einen Weidezaun. Tierschützer, Jäger und Politiker in Melle wollen, dass frei lebende Katzen kastriert werden. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Melle. Die Zahl der verwilderten Katzen nimmt nicht nur in Melle zu. In ganz Deutschland ist die Tendenz zu beobachten. Etliche Kommunen haben deshalb eine Kastrationspflicht für frei lebende Katzen eingeführt. Nun will Melle nachziehen. Aber bitte nur mit schlüssigem Konzept und genügend Geld, meint unsere Kommentatorin.

Tierschützer und Jäger sind ja nicht immer einer Meinung. Wenn es jedoch um die frei lebenden Katzen im Stadtgebiet geht, liegen sie auf einer Linie und fordern einhellig eine Kastrationspflicht. Nun haben auch Politiker der CDU und FDP das Thema erkannt und aufgegriffen. Es sollte also nicht so schwierig sein, weitere Mitstreiter zu finden.

Die Argumente sind schlüssig und nachvollziehbar. Um die Zahl der verwilderten Katzen zu reduzieren, bleibt nur die Kastration der Kater und Katzen, die ständig für Nachwuchs sorgen. Dieser Nachwuchs ist nämlich als Haustier nicht zu gebrauchen: zu wild, zu aggressiv. Und was passiert mit unerwünschten Tieren? Sie bleiben sich selbst überlassen, werden meist ausgesetzt. Die Landwirte und Gnadenhofbesitzer in Melle können ein Lied davon singen. Regelmäßig stehen in ihren Hofeinfahrten Kartons mit kleinen Kitten. Oder Jutebeutel mit Kätzchen hängen am Zaun. Die eigentlichen Besitzer entledigen sich dieses Problems, indem sie es anderen in die Einfahrt schieben.

Deshalb ist eine Kastrationspflicht überfällig. Die Verordnung wäre schnell geschrieben. Doch die Umsetzung muss ebenfalls geplant werden. Und es muss Geld zur Verfügung stehen. Denn die Umsetzung überfordert nicht nur den Tierschutz Melle finanziell, sondern auch viele Privatpersonen, die sich für die verwilderten Katzen verantwortlich fühlen. Auf keinen Fall dürfen engagierte Tierschützer mit dem Problem alleine gelassen werden.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN