Ausschuss berät Brennpunkte Sorgenfalten in Melle wegen fehlender Kitaplätze

Von Marita Kammeier

Schnelle Lösungen müssen her: Fehlende Kitaplätze wie hier im Lukas-Kindergarten in Bruchmühlen sind auch in Oldendorf und Wellingholzhausen ein großes Problem. Foto: Marita KammeierSchnelle Lösungen müssen her: Fehlende Kitaplätze wie hier im Lukas-Kindergarten in Bruchmühlen sind auch in Oldendorf und Wellingholzhausen ein großes Problem. Foto: Marita Kammeier

Melle. Schulen, Kitas und Sport sind wichtige Themen, vor allem dann, wenn dort Plätze, Räume und Lehrkräfte fehlen. Das wurde in der lebendigen Sitzung des neu organisierten Bildungs- und Sportausschusses deutlich, an der 16 interessierte Zuhörer teilnahmen.

„Es brennt an mehreren Enden“, stellte die Vorsitzende Jutta Dettmann (SPD) bei der ersten Sitzung des Ausschusses in seiner Neugliederung in die drei Bereiche Schulen, Kitas und Sport fest. Im vollen Sitzungssaal des Stadthauses nahmen Schul- und Kitaleitungen ebenso an der Einwohnerfragestunde teil wie Ortsrats- und Elternpflegschaftsmitglieder.

Einige Punkte wie die von Michael Schuster aus Eicken-Bruche monierten fehlenden Räume an der Grundschule erledigte Amtsleiter Karl-Wilhelm Möller sofort. Auch die von Reinhard Huning angemahnte Kletterspinne an der Kantor-Wiebold-Schule soll jetzt aufgebaut werden.

„Das ist völlig neu, leere Töpfe für Lehrkräfte an Meller Schulen“, erklärte Gerd-Jürgen Thoms, der an diesem Abend als Dezernent der Landesschulbehörde mit allseitigem Bedauern verabschiedet wurde. Über die Vakanz am Gymnasium mit Ausscheiden des Schulleiters Ludwig Woll zum 31. Januar 2017 informierte der Erste Stadtrat Andreas Dreier. Das Konzept auf Landesebene sehe 70 zusätzliche Stellen für Sozialarbeiter an öffentlichen Schulen vor, darüber informierte der Politiker. Die Parksituation am Wallgarten bemängelte dagegen Jürgen Höcker als Lehrersprecher der Ratsschule und neu hinzugewähltes Ausschussmitglied: „Es ist grotesk, 20 Lehrer rennen alle 90 Minuten raus, um die Parkscheibe umzustellen.“

„Meller Modell“ endet

Das „Meller Modell“ läuft aus. Daher werden die Grundschulen am Engelgarten, in Eicken-Bruche, Neuenkirchen, Oldendorf und Westerhausen zum Beginn des Schuljahres 2017/18 in Offene Ganztagsschulen umgewandelt. Den Antrag mit Errichtung zum 1. August 2017 genehmigten alle Fraktionen einstimmig. Gerhard Boßmann (SPD) erklärte: „Ich bin gespannt auf das Konzept der Schulen.“ Auch der zweite Antrag zur Förderung des Bauprojektes „Kursraumerweiterung an der Landesturnschule Melle“ in Höhe von 10 000 Euro erhielt einstimmig grünes Licht von den Ausschussmitgliedern.

Zahlen alarmieren

Mit brandaktuellem Zahlenmaterial aus dem Online-Portal für Anmeldungen an Kindergärten zum 1. August 2017 schockte Britta Itzek anschließend die Runde. In drei Bereichen wird es richtig eng, erkannten die Anwesenden: In Bruchmühlen fehlen 13 Kitaplätze, in Oldendorf 26 Kita-Plätze und in Wellingholzhausen 24 Krippenplätze und 10 Kindergartenplätze. Lebhafte Diskussionen entbrannten: Können Zweijährige schon im Bereich des Kindergartens aufgenommen werden? Gibt es Ausweichmöglichkeiten in andere Stadtteile?“ Heiko Grube betonte als Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion: „Die klare Botschaft der Zahlen und Fakten ist angekommen.“ Das sei ein Kardinalthema der nächsten Jahre, wobei die Zuständigkeit auch beim Landkreis Osnabrück liege. „Ärmel hochkrempeln und investieren, denn wir tragen die Verantwortung. Neu ausgewiesene Baugebiete, gute Betriebe, daher steigende Geburten“, so lautete die Aussage von Reinhardt Wüstehube (Grüne). „Die Brennpunkte angucken und nach Lösungen für alle suchen“, motivierte Gerhard Boßmann (SPD). „Problem erkannt, beraten, entscheiden. Der Zeitdruck macht mir jedoch große Sorgen „, meinte Bernd Gieshoidt und sprach damit allen Ausschussmitgliedern aus der Seele.