Virtuoser Adventsauftakt Flötist Hans Jürgen Hufeisen brilliert in Buer

Auf dem Unikat einer Subbaß-Flöte spielte Hans Jürgen Hufeisen an der Seite des Pianisten Thomas Strauß  in Buer. Foto: MartinimusikAuf dem Unikat einer Subbaß-Flöte spielte Hans Jürgen Hufeisen an der Seite des Pianisten Thomas Strauß in Buer. Foto: Martinimusik

pm Buer: Er musiziert, komponiert und arrangiert seit vielen Jahren mit und für die Blockflöte. Hans Jürgen Hufeisen versteht sein Handwerk und ist wohl der bekannteste Blockflötenprofi in Europa. Was die mehr als 250 Zuhörer am Sonntagnachmittag zum Adventsauftakt in der Bueraner Martinikirche auf den Blockflöten hören durften, ließ aufhorchen und versetzte die Konzertbesucher aus nah und fern immer wieder ins Staunen.

Gerade deshalb, weil es die Blockflöte in der Instrumentenfamilie nicht immer leicht hat. Man erinnere sich an den Blockflöten-Unterricht, den Hufeisen im Konzert parodierte. Eine wunderbare Adventsstille erfüllte den Kirchenraum, dem Hans Jürgen Hufeisen zusammen mit seinem Pianisten Thomas Strauß die schönsten Variationen von Advents- und Weihnachtsliedern mit insgesamt fünf Flöten einhauchte. Machet die Tore weit, mit dieser Botschaft eröffnete Hufeisen sein Programm der Christrose. Brillante hohe Töne wechselten mit tiefen, geerdeten Klängen ab. Mal legato, mal staccato oder auch nur angehaucht nutzte Hufeisen die ganze Bandbreite der musikalischen Ausführungsformen, bis hin zur Nutzung der Blockflöte als Percussionsinstrument.

Unikat Subbaß-Flöte

Eine ganz außergewöhnliche Flöte präsentierte Hufeisen dabei erstmals in Buer: Die in einer Schweizer Manufaktur hergestellte Subbaß-Flöte, von der weltweit nur wenige Exemplare gebaut wurden und die etwa 6000 Euro kostet. Hufeisen spielte dieses Zwei Meter lange Wunderwerk über ein verlängertes Mundstück im Sitzen und hauchte ihr die Melodie des Weihnachtsliedes „Vom Himmel hoch“ ein.

Viel Luft verschlingt das große Instrument.: „Lediglich vier Töne schaffe ich in einem Atemzug, dann ist die Lunge leer“, berichtete Hufeisen, der sein Konzert auch selber moderierte.

Konzert der Christrose

Durch die winterliche Schneedecke bricht eine Blüte – in der Christrose kündigt sich junges Leben an. Auf einen geradezu sommerlichen Ton war die Musik von Hans-Jürgen Hufeisen gestimmt. Weihnachtliche Melodien mit volksliedhaftem oder mittelalterlichen Klang. Mit viel Spielfreude angestimmt, dass die Schwere der dunklen Jahreszeit einer liebevoll-heiteren Atmosphäre weicht. Eingebettet in die Melodie-meditationen zwei Instrumentalbearbeitungen von Arien aus dem Weihnachtsoratorium von Joh. Seb. Bach, die in ihrer Besetzung einmalig sind.

Die Arien strahlen Kraft aus, dass im Menschen Mut und Vertrauen wächst. Die neue Weihnachts-CD von Hans-Jürgen Hufeisen steht Pate für dieses Konzertprogramm und überrascht durch ihren Melodienreichtum und einen so noch nicht gehörten Klang. Das Lächeln des Gotteskindes wird hier zum Erlebnis. Die Besucher des Konzertes konnten viele Advents- und Weihnachtsmelodien wiedererkennen: Es ist für uns eine Zeit angekommen, O Heiland reiß die Himmel auf, Kommet ihr Hirten, Leise rieselt der Schnee oder In dulci jubilo.

Mit einem Schlaflied als Zugabe endete ein wundervoller musikalischer Adventsabend. Die Flöte schlief beim letzten Lied denn auch symbolisch ein und wurde zur Nachtruhe in ein rotes Samttuch eingeschlagen. Auf ein Wiedersehen und Wiederhören solch hochkarätiger Musiker wie Hans-Jürgen Hufeisen und den stets einfühlsam und lebendig begleitenden Pianisten Thomas Strauß in Buer kann man nur hoffen.


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