Ensembles singen für Guten Zweck Liedertafel Altenmelle überzeugt mit kraftvollen Stimmen


Melle. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Ensembles, die am Sonntagabend das Konzert der „Liedertafel Altenmelle“ in der alten St. Matthäus-Kirche gestalteten, waren alle richtig gut. Eine wirklich ganz runde Sache kam während der mehr als zwei Stunden Programm aber leider nicht heraus.

Den Anfang machte der Männerchor „Liedertafel Altenmelle“ unter der Leitung von Viktor Liebrecht mit ihrer Hymne „Im Altenmeller Land“. Mit kraft- und temperamentvollen Stimmen schufen die Sänger Eindruck und zeigten mit dem folgenden „Das Morgenrot“, dass sie auch sanft singen können.

Gefühlvolle Baladen

Der Vorsitzende Jürgen Asmann begrüßte das Publikum in der Kirche und bedankte sich für das zahlreiche Kommen. Tatsächlich war die alte Kirche bis auf den letzten Platz besetzt.

Nach weiteren vier gefühlvollen Balladen und Chorälen des Männerchores hielt Dr. Klaus Peter Spies vom Christlichen Klinikum Melle einen kurzen Vortrag über die Palliativ-Station des örtlichen Krankenhauses, der das Eintrittsgeld des Abends zugutekommt.

Im Anschluss holte Chorleiter Viktor Liebrecht seine Familie mit auf die Bühne. Sie bilden zusammen „Lira“, das Liebrecht-Familienensemble. Dieses trug mit klaren Stimmen vier Lieder aus aller Welt, darunter Israel und Russland, vor.

Eher ins Singer-Songwriter-Genre entführten danach Sängerin Anna Schwieger, Gitarrist Lukas Kleine Böse und Drummerin Inja Bromisch mit Songs vom Eurovision Song Contest oder Christina Stürmer das Publikum.

Andreas Liebrecht, Klavierstudent und Sohn von Viktor Liebrecht, gab dann eine anspruchsvolle Etüde von Frédéric Chopin zum Besten.

Nach diesem Programmpunkt wiederholte sich nicht nur die Reihenfolge der Interpreten. Neben den Ausnahmen „Oh Lord!“ und „Syahamba“ von der Liedertafel und der etwas langsam genommenen Bach-Kantate „Jesu bleibet meine Freude“ bildeten auch die restlichen Lieder vom Charakter her ein akustisches Déjà-Vu. Das machte das Programm zwar etwas langatmig, es war aber trotzdem schön und kam bei den Zuhörern gut an.

Potpourri-Charakter

Das Problem war eher ein anderes: Stellen Sie sich vor, sie besitzen den Kranken- und Feuerwehrwagen von Lego, schütten alle Bauteile zusammen und versuchen daraus ein Fahrzeug zu bauen.

So verhielt es sich mit dem Konzert, dessen Einzelbeiträge durchaus überzeugend waren. Der Männerchor überzeugte mit kräftigen Stimmen und bewundernswertem Zusammenspiel, Lira mit der Performance eines Kammerchores und eleganten Stimmen, die drei Solisten mit dem Gefühl in ihren ebenfalls eher ruhigen Songs und Pianist Andreas Liebrecht mit technischer Präzision.

Allerdings hätte man aus diesen Inhalten problemlos zwei oder drei Konzerte machen können. So bekam das schöne Konzert mit dem guten Zweck eher einen zusammenhanglosen Potpourri-Charakter, ohne den es noch besser geworden wäre.


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