Vorführung in Bruchmühlen Beifall für Film und Schauspieler der Sparkasse

Nach der erfolgreichen Filmvorführung in Bruchmühlen: Lioba Meyer, Mark Mathew, Abigail Mathew und Frank Finkmann im Foyer der Else-Lichtspiele. Foto: Christoph FrankenNach der erfolgreichen Filmvorführung in Bruchmühlen: Lioba Meyer, Mark Mathew, Abigail Mathew und Frank Finkmann im Foyer der Else-Lichtspiele. Foto: Christoph Franken

Bruchmühlen. Der Film über das Schicksal der jüdischen Osnabrücker Familien Nussbaum und Gossel, der mit Hilfe von Mellern realisiert werden konnte und für Furore sorgt, wurde am Sonntag exklusiv für Mitarbeiter der Sparkasse in Bruchmühlen gezeigt.

Mark Mathew arbeitet bei der Sparkasse Melle und war in jungen Jahren in der Filmbranche tätig. Gemeinsam mit seiner Tochter Abigail (14), die sich im Unterricht mit den Lebensumständen von Osnabrücker Juden während der NS-Zeit beschäftigt hatte, entstand die Idee, die Rechercheergebnisse in einem Film zusammenzufassen. „Eigentlich war der nur für die Schule gedacht“, erklärte Mathew im Anschluss an die Filmvorführung in den Else-Lichtspielen. Die Resonanz sei aber schon in Osnabrück so groß gewesen, dass es das Team völlig überrascht habe. Als dann noch ein großes Medienecho, unter anderem in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, der „taz“ sowie beim NDR und bei rtl einsetzte, kamen und kommen weitere Anfragen aus dem In- und Ausland.

Meller Akteure

Frank Finkmann, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Melle, sorgte denn auch für die Vorführung des Films in Bruchmühlen, zunächst ausschließlich für Mitarbeiter der Sparkasse. Denn mit Simon Jansen, Thorsten Rosenkötter, Guido Radtke, Marita Finkemeyer, Thea Rosenkötter, Dirk Finkemeyer, Roswitha Radtke, Annette Gerve, Abigail Mathew, Petra Wiehe und Heiner Rössler wirkten zahlreiche Meller als Schauspieler und Akteure mit, darunter auch Kollegen von Mark Mathew. Finkmann begrüßte neben den Sparkassen-Mitarbeitern auch Lioba Meyer vom Vorstand der Felix-Nussbaum-Gesellschaft aus Osnabrück.

Kollegen auf der Leinwand

Im gut besuchten Kinosaal herrschte dann wegen des bedrückenden Filminhalts zwar gedämpfte Stimmung. Gleichzeitig aber waren viele Zuschauer verständlicherweise auch neugierig, denn wann kann man seine Kollegen schon mal auf der Leinwand bewundern? Auch Szenen, die in der Meller City unter Rückgriff auf den Fahrzeugbestand des Meller Automuseums entstanden waren, wurden kommentiert. Der Film besticht nicht nur mit seinen gekonnt in Szene gesetzten Dokumentarbeiträgen, sondern vor allem auch durch die Detailsvorstellung der vier Familien, die im Mittelpunkt des Beitrags stehen: Die Familie Justus Nussbaum (ein Bruder des Malers Felix Nussbaum), die Familie Alfred Gossel sowie die Familien der beiden Menschen, die ihren jüdischen Chefs zur Flucht nach Amsterdam verhalfen: Wilhelm Hellmeister und Friedrich Niehüser. Langanhaltender Beifall belohnte im Anschluss an die Vorführung die Filmemacher und ihr Team.

Lob von Nussbaum-Gesellschaft

Im anschließend von Finkmann moderierten Gespräch vor der Bühne lobte Lioba Meyer das Engagement aller Beteiligten. Insbesondere der Hartnäckigkeit von Abigail Mathew, die bereits mit 13 Jahren begonnen hatte, an dem Projekt zu arbeiten, sei der Erfolg zu verdanken. „So entstand ein beeindruckender Film gegen das Vergessen“, betonte sie für die Felix-Nussbaum-Gesellschaft. Für ungläubiges Kopfschütteln und Heiterkeit im Saal sorgte dann die Antwort der jungen Filmemacherin auf Finkmanns Frage, welche Note sie denn in der Schule für das Referat bekommen habe, das dem Vorhaben zugrunde lag. „Eine Zwei minus“.


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