2016 wird ein Rekordjahr Babyboom: So viele Babys gab es noch nie in Melle

Von Michael Hengehold

Die Tür zum Kreißsaal ist immer offen: (von links) Christian Schedding (Verwaltungsdirektor), Chefarzt Holger Mutschall sowie die Oberärzte Christa Seifart Gomez und Joscha Beek. Foto: Michael HengeholdDie Tür zum Kreißsaal ist immer offen: (von links) Christian Schedding (Verwaltungsdirektor), Chefarzt Holger Mutschall sowie die Oberärzte Christa Seifart Gomez und Joscha Beek. Foto: Michael Hengehold

Melle. Noch ist das Jahr nicht zu Ende, aber eines steht schon jetzt fest: So viele Babys wie heuer wurden in Melle noch nie geboren. Auf der Entbindungsstation im CKM herrscht kein Zweifel, dass erstmals die 700-er-Marke gerissen wird.

Stand Freitagmittag waren 664 neue kleine Erdenbürger zu vermelden. „Es werden in diesem Jahr voraussichtlich 730 Babys“, prognostiziert Chefarzt Holger Mutschall. Das hänge aber davon ab, wie viele Neuankömmlinge sich verspäten, beziehungsweise es eilig haben und trotz Termins 2017 noch schnell im alten Jahr das Licht der Welt erblicken wollen.

Tiefpunkt Ende des vergangenen Jahrzehnts

Zum Vergleich: 2015 gab es 625 Geburten in Melle. Ein Tiefpunkt war Ende des vergangenen Jahrzehnts erreicht, als nicht einmal 400 Kinder im Jahr in Melle geboren wurden.

Zwei Erfolgsfaktoren: 1. Gut aufgestellt

Den Erfolg erklärt der Verwaltungsdirektor des Christlichen Klinikums Melle (CKM), Christian Schedding, mit im Wesentlichen zwei Faktoren. Zum einen habe das CKM sich als individualisierte, familienorientierte Geburtshilfe aufgestellt. So sind rund um die Uhr zwei Fachärzte und zwei Hebammen sowie ein Anästhesieteam vor Ort, während viele andere Kliniken häufig auch Assistenzärzte einsetzten. Außerdem wird „familienorientiert“ ernst genommen und ist nicht nur ein Label. So können zum Beispiel auch Geschwisterkinder im CKM übernachten, Beziehungspartner dürfen während der Entbindung im Kreißsaal dabei sein.

Individualisiert wird die Entbindung angeboten. „Wir bieten das ganze Spektrum der Gebärpositionen komplett an. Ob Wassergeburt, Gebärhocker oder klassisch in Rückenlage“, so Schedding. Etwa 50 Prozent der Schwangeren entschieden sich für eine alternative Gebärposition.

2. Schließungen in anderen Krankenhäusern

Der zweite wesentliche Aspekt für die Rekordzahlen ist die Schließung von Entbindungsstationen in der Region, konkret Bünde und Dissen (dort wurde das Krankenhaus gleich ganz geschlossen). Und nachdem schon vor Jahren die Babystation im Ostercappelner Krankenhaus dicht gemacht wurde, war bereits ein verstärkter Zustrom in den Grönegau zu verzeichnen. „Somit haben wir unser Einzugsgebiet vergrößert“, so Schedding. Hinzu kämen weichere Faktoren. Etwa, dass manche Frauen nicht so gerne in eine große Klinik gingen und das eher überschaubare CKM zu schätzen wüssten.

Perspektiven und Träume

Mit dem anstehenden Rekord geben die Verantwortlichen im Christlichen Klinikum sich nun aber nicht zufrieden. „Wir haben Perspektiven, wir haben Träume“, richtet Oberarzt Joscha Beek den Blick in die Zukunft. Ohne schon Genaueres verraten zu wollen, gehe es darum, „auch weiterhin unser gesundes Wachstum sicherzustellen.“