Exponate aus dem Grönegau Melle punktet bei Fotoausstellung über Krippen

Vor dem Bild der Weihnachtskrippe aus der Neuenkirchener Christophorus-Kirche: (von links) Diakon Klaus Hinck, Krippenexperte Prof. Dr. Gerhard Lohmeier, stellvertretender Landessuperintendent Hans Hentschel und Stadtsprecher Jürgen Krämer. Foto: Peter Schatte.Vor dem Bild der Weihnachtskrippe aus der Neuenkirchener Christophorus-Kirche: (von links) Diakon Klaus Hinck, Krippenexperte Prof. Dr. Gerhard Lohmeier, stellvertretender Landessuperintendent Hans Hentschel und Stadtsprecher Jürgen Krämer. Foto: Peter Schatte.

pm Melle/Osnabrück. „Weihnachtskrippen in evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden im Landkreis Osnabrück“ lautet der Titel einer Fotoausstellung mit Arbeiten des Osnabrücker Fotografen Hermann Pentermann, die derzeit aus Anlass des 500-jährigen Reformationsjubiläums im Kreishaus am Schölerberg in Osnabrück stattfindet. Das Besondere daran ist: Von den 22 Weihnachtskrippen, die in dieser Ausstellung vorgestellt werden, stammen sechs aus dem Grönegau.

„Wir freuen uns, dass gut ein Viertel der in der Ausstellung präsentierten Krippen im Eigentum evangelisch-lutherischer Kirchengemeinden stehen, die sich in Melle befinden“, sagte Stadtsprecher Jürgen Krämer während eines Eröffnungsrundgangs. Jede Krippe für sich stelle ein künstlerisches Kleinod dar, das ab dem Heiligen Abend in den jeweiligen Kirchen vor Ort die Geburt Jesu Christi und die damit verbundene Botschaft in Erinnerung rufe.

Luther im Blick

Mit der Fotoausstellung, die nach der Präsentation im Kreishaus als Wanderausstellung für interessierte Kirchengemeinden zur Verfügung steht, wird eindrucksvoll dokumentiert, wie vielfältig die Krippenlandschaft in den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden des Osnabrücker Landes ist. „Für den Reformator Martin Luther stand zwar das Wort des Evangeliums im Vordergrund. Aber er hatte nichts gegen Bilder einzuwenden“, sagte Gerhard Lohmeier als Vorsitzender des Krippenvereins Osnabrück-Emsland, der die Ausstellung zusammen mit dem Landkreis ausrichtet. Was der Reformator nicht wollte, sei die Verehrung der Heiligenbilder und Heiligenfiguren. Gleichwohl habe Luther Bilder für den katechetischen Unterricht genutzt, um den Menschen die Botschaften der Bibel vor Augen zu führen. Der stellvertretende Landessuperintendent des Sprengels Osnabrück der Hannoverschen Landeskirche, Hans Hentschel, zeigte sich erfreut darüber, „dass diese Ausstellung ausdrücklich mit dem Reformationsgedenken zusammengebracht wird, das wir mit den römisch katholischen Geschwistern auch als Christusfest feiern. Als Fest jenes Kindes, das Mittelpunkt jeder Krippendarstellung ist“.

Hohe Schnitzkunst

Dass es auch in Melle ausdrucksstarke Weihnachtskrippen gibt, wurde während des Rundgangs in besonderer Weise deutlich. Zu sehen sind in der Ausstellung die beiden Krippen aus der St.-Petri-Kirche zu Melle. Für eine der beiden schuf der Meller Günter Stolte ab 1975 die Figuren, für die andere kreierte Marlies Hinck aus Melle ab 1976 die figürlichen Darstellungen. Auch die Weihnachtskrippe der St.-Antonius-Kirche in Hoyel (Figuren: Alba Schnitzkunst, Bodolz, früher Oberammergau, ab 1970) hat der Fotograf Hermann Pentermann in Szene gesetzt, ebenso wie die Krippe im Gemeindehaus in Riemsloh, deren Figuren von der Kölner Manufaktur Schmidt & Heckner vor 1900 geschaffen wurden. Weiteres Aushängeschild: Die Darstellung der Weihnachtskrippe der Christophorus-Kirche in Neuenkirchen, deren Figuren im Jahre 1935 der Landwirt August Meyer-Hünefeld aus Ostenfelde schnitzte. Komplettiert wird das Ganze durch die Krippe der Waldkirche St. Lukas in Bennien. Diese Krippe entstand um 1980 in Oberammergau – und zwar in der Werkstatt von Konrad Saal.

Freude über Offenheit

Hermann Pentermann äußerte sich positiv über „die Offenheit, mit der mir die Kirchengemeinden in Melle begegnet sind“. Die Verantwortlichen hätten bereitwillig und gern ihre Gotteshäuser geöffnet, um ihm die Fotoshootings zu ermöglichen. „Ein solches Entgegenkommen habe ich leider nicht in allen Teilen des Osnabrücker Landes erlebt“, bedauerte der Fotograf. Klaus Hinck, Diakon der evangelisch-lutherischen St.-Petri-Kirchengemeinde Melle, zeigte sich hellauf begeistert von der Ausstellung, „die wir im kommenden Jahr auf jeden Fall nach Melle holen sollten“.

Die Fotoausstellung „Weihnachtskrippen in evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden im Landkreis Osnabrück“ ist noch bis einschließlich Dienstag, 10. Januar 2017, während der üblichen Öffnungszeiten im Kreishaus am Schölerberg in Osnabrück zu sehen.