Scherze in Gebärdensprache Ehemalige Hörgeschädigten-Klasse besucht Automuseum

Von Martina Buchholz

In Gebärdensprache übersetzte Bernd Godlewski (links) den interessierten Besuchern der ehemaligen Hörgeschädigten-Klasse die Führung von Heiner Rössler. Foto: Malte BuschIn Gebärdensprache übersetzte Bernd Godlewski (links) den interessierten Besuchern der ehemaligen Hörgeschädigten-Klasse die Führung von Heiner Rössler. Foto: Malte Busch

Melle. Was für Außenstehende wie wilde Gesten aussehen kann, ist für Gehörlose- und Geschädigte eine Erleichterung des Alltags: die Gebärdensprache. Wie diese auch bei einer Führung durch ein Museum helfen kann, zeigte sich bei einem Klassentreffen von Hörgeschädigten im Automuseum Melle.

Die ehemaligen Besucher des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte Osnabrück versammelten sich vormittags auf dem Vorplatz des Meller Museums. „Die Herrschaften kommen aus ganz Norddeutschland“, erzählte der Ehemann einer Teilnehmerin. Das liege daran, dass Osnabrück damals einer der wenigen Standorte einer solchen Bildungsanstalt gewesen sei.

Hörgeschädigte kennen sich seit über 50 Jahren

Von 1951 bis 1962 gingen alle gemeinsam in eine Klasse; die Teilnehmer kennen sich also schon über 50 Jahre. Das merkte man auch: Während der Führung wurde nicht selten gescherzt, natürlich in Gebärdensprache.

Ein engagierter Dolmetscher sorgte dafür, dass auch die unterhaltsamen Informationen von Heiner Rössler während der Führung bei den Besuchern ankamen: Bernd Godlewski übersetzte den Vortrag des Museumsleiter in Gebärdensprache. Weil Godlewski selbst schwerhörig ist, musste Rössler darauf achten, dass seine Lippen für ihn stets sichtbar waren.

Fragen und Antworten in Gebärdensprache

Was kompliziert klingt, lief völlig reibungslos ab. Nicht nur die Führung wurde von Godlewski verständlich gemacht: Er übersetzte auch Nachfragen und die darauf folgenden Antworten. Das war bei dem Interesse, das die Führungsteilnehmer an den Exponaten zeigten, auch nötig. Vor allem die Ausstellung über die Marke „Glas“, das Goggo-Mobil, Oma Ducks Auto und ein windschnittiges Modell des Designers Luigi Colani hatten es den Besuchern angetan.

Nach einer Führung von anderthalb Stunden begaben sich die Teilnehmer des Klassentreffens in die Innenstadt, um sich hier zu stärken und umzuschauen. Danach holten sie die dritte Etage des Museums nach.

Organisiert und ermöglicht wurde die Aktion von Gerhard Laker, der selbst zur Klasse gehörte.


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