Gespräch mit Karin Michels „Nicht nur die Meller Waldbühne ist herausgefordert“

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Karin Michels erläutert die Herausforderungen, vor denen Freilichttheater stehen. Foto: Christoph FrankenKarin Michels erläutert die Herausforderungen, vor denen Freilichttheater stehen. Foto: Christoph Franken

Melle. Vor dem Hintergrund der am Samstag im Hotel van der Valk stattfindenden Tagung des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen (VDF) schildert Karin Michels die aktuellen Herausforderungen, vor denen die Amateurtheater stehen. Sie ist die 2. Vorsitzende der Waldbühne Melle.

Was sind die Aufgaben des VDF, in dessen Arbeitsgruppe Niedersachsen Sie sich als stv. Vorsitzende ebenfalls engagieren?

In der Arbeitsgruppe sind 19 Bühnen als Mitglieder dabei. Wir kümmern uns um Aufgaben im technischen, organisatorischen und personellen Bereich. Ziel dabei ist es, die einzelnen Bühnen in diesen angesprochenen Feldern weiter zu qualifizieren. Dazu benötigen wir natürlich Geld, um damit beispielsweise Workshops und Lehrgänge zu finanzieren. Die Tagung in Melle wird genau aus diesem Grund auch erstmals in Kooperation mit der Universität Hildesheim durchgeführt.

Was ist der Grund dafür?

Bislang wurden Lehrgänge, Kurse und Workshops von Niedersächsischen Heimatbund und von niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur bezuschusst. Jetzt stellt das Ministerium seiner Förderung aber um: Nicht mehr projektbezogene Stücke werden mitfinanziert, sondern künftig Darstellungsformen, also zum Beispiel ganz allgemein Musicals. Außerdem verlangt das Ministerium für weitere Gelder eine wissenschaftliche Studie als Förder-Grundlage. Die wollen wir in Zusammenarbeit mit der Uni Hildesheim erstellen.

Wo sehen Sie die aktuellen Herausforderungen für Freilichttheater?

In ganz praktischen Dingen: So können wir nur noch samstags proben, weil die Kinder länger zur Schule gehen. Es fehlen uns Spieler im Alter von 18 bis 30 Jahren, weil sie wegen Studiums, Ausbildung und Berufswahl woanders hinziehen. Wegen der neuen Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung, Loriot lässt grüßen, mussten wir neue Mikroports (Kopfmikrofone) kaufen. Auch die Ansprüche der Besucher ändern sich. So wollen die Leute im Abendstück Boulevardkomödien sehen, um sich zu entspannen und ihren Sorgen zu vergessen. All diesen und weiteren Herausforderungen werden wir uns stellen müssen. Die wissenschaftliche Studie dient uns Bühnen dazu zur Vorbereitung.


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