Alles Wichtige in einem Ordner Meller Mappe für den Notfall präsentiert

Fünf Euro, die sich lohnen: Vom Sinn der Notfallmappe überzeugt sind Hubert Reise, Ingrid Holze, Ulrike Koop und Klaus-Peter Kugler (von links). Foto: Norbert WiegandFünf Euro, die sich lohnen: Vom Sinn der Notfallmappe überzeugt sind Hubert Reise, Ingrid Holze, Ulrike Koop und Klaus-Peter Kugler (von links). Foto: Norbert Wiegand

nw Melle. Gemeinsam mit Klaus-Peter Kugler vom Sozialamt und Jurist Hubert Reise von der Diakonie informierte der Seniorenbeirat über Melles neue Notfallmappe, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Über die gute Resonanz freute sich Ingrid Holze vom Seniorenbeirat bei der Begrüßung der mehr als 40 interessierten Zuhörer, die zu der Informationsveranstaltung in die Stadtbibliothek gekommen waren. „Das umfangreiche Werk haben wir gemeinsam mit dem Sozialamt erarbeitet“, blickte sie auf die Entstehungsgeschichte der speziellen Meller Notfallmappe zurück.

„Das ist ein sinnvolles Ding geworden“, stellte Sozialamtsleiter Klaus-Peter Kugler die wesentlichen Inhalte vor. Die Mappe enthält übersichtlich strukturierte DIN-A-4-Bögen zum Ausfüllen, auf denen alle wichtigen Informationen für solche Notfälle enthalten sind, nach denen sich der Betroffene selbst nicht mehr äußern kann.

Welche Medikamente, welche Vorerkrankungen, welche Allergien

„So können Notarzt, Rettungsdienst, Nachbarn oder Verwandte beispielsweise ganz schnell und leicht herausfinden, welche Medikamente der Betroffene nimmt, welche Vorerkrankungen es gibt oder ob allergische Reaktionen zu befürchten sind“, erklärte Kugler den praktischen Nutzen der Mappe. Es geht aber nicht nur um Vorsorge für eine medizinische Sofort-Versorgung. Auch dafür, dass Angehörige im Notfall nicht lange nach Kontovollmachten, Lebens-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen suchen müssen, sind die ausgefüllten Formblätter in der Mappe äußerst hilfreich.

Gut erreichbar lagern

Ebenso gehören Angaben zu bestehenden Miet-, Strom- und Telefonverträgen zum Inhalt der Mappe. Es können sogar rechtswirksame Entscheidungen getroffen werden, damit bei einem möglichen Verlust der eigenen Entscheidungsfähigkeit alles nach eigenen Wünschen geregelt wird. „Diese Mappe mit allen wichtigen Informationen sollte gut erreichbar gelagert werden“, erklärte Kugler. „Sie kann jahrelang neben dem Telefonbuch stehen und sieht immer noch gut aus“, äußerte sich der Sozialamtsleiter ausgesprochen zufrieden über die Meller Variante der Notfallmappe, von der 1000 Exemplare zur Verfügung stehen. „Die Mappe ist keineswegs nur für Ältere, sondern für alle Altersgruppen gedacht“, betonte Kugler.

Missbrauch einer Vorsorgevollmacht

Auf die großen Vorteile, aber auch auf die Grenzen der Notfallmappe ging Hubert Reise vom Diakonischen Werk in seinem Fachvortrag über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung ein. So könne eine Generalvollmacht nicht alle wichtigen, möglicherweise eintretenden Fälle abdecken. Vor allem Grundstücksfragen sollten notariell geregelt werden. Einige Fragen der Zuhörer zielten auf Fälle, in denen keine hundertprozentigen Vertrauenspersonen benannt werden könnten oder der Missbrauch einer Vorsorgevollmacht befürchtet wird. Unter solchen Voraussetzungen müssten teils komplexe notarielle Regelungen getroffen werden, die den Rahmen der Notfallmappe sprengten, antwortete Reise. Die Notfallmappe sollte dann aber Hinweise enthalten, wo die entsprechenden Regelungen zu finden sind.

  • Ab sofort ist die Notfallmappe am Infotresen im Stadthaus am Schürenkamp für fünf Euro erhältlich. Weitere Auskünfte gibt die Stadt unter Telefon 05422/965-235.

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