Renette erinnert an Reformationsjubiläum Baumpflanzaktion im Meller Grönenbergpark

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Baumpflanzaktion im Grönenbergpark: Hans-Georg Meyer-ten Thoren, Frank Schoster, Torben Fuchs, Jürgen Krämer und Jürgen-Eberhard Niewedde pflanzten zu Beginn des 500. Reformationsjubiläums eine Osnabrücker Renette. Foto: Simone GraweBaumpflanzaktion im Grönenbergpark: Hans-Georg Meyer-ten Thoren, Frank Schoster, Torben Fuchs, Jürgen Krämer und Jürgen-Eberhard Niewedde pflanzten zu Beginn des 500. Reformationsjubiläums eine Osnabrücker Renette. Foto: Simone Grawe

Melle. Symbolischer Akt zum Auftakt des 500. Reformationsjubiläums: Gemeinsam haben Vertreter der Stadt, des Kirchenkreises und des Heimatbundes Osnabrücker Land im Grönenbergpark eine Osnabrücker Renette gepflanzt.

Der Termin des Reformationstages war mit Bedacht für die Pflanzaktion gewählt: Exakt zum Auftakt des Jubiläumsjahres „500 Jahre Reformation“ wird der Grönenbergpark um eine Osnabrücker Renette bereichert. Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass der Baum in Zukunft zahlreiche „Luther-Äpfel“ hervorbringen wird.

Bei der Osnabrücker Renette, die auch als Graue Osnabrücker Renette oder Reinette d‘ Osnabrück bekannt ist, handelt es sich um eine Apfelsorte, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts existiert, aus der Gegend um Osnabrück stammt und heute insbesondere noch in der Schweiz Verbreitung findet.

Frei nach dem Motto „Wer die ländliche Tradition bewahren will, pflanzt eine alte Obstsorte!“ hatte der Heimatbund Osnabrücker Land im Frühjahr seine Mitgliedsvereine zur Teilnahme an der Aktion aufgerufen, möglichst im Verbund mit den evangelischen Kirchengemeinden vor Ort. Am Ende waren es rund 100 Vereine, Verbände, Privatpersonen, Kirchengemeinde und Kommunen, die ein Exemplar des Baumes bestellten, ein Drittel davon aus Melle, darunter die Stadt, die einen Hochstamm für den Grönenbergpark erhielt.

„Ich halte es für eine wunderbare Idee des Heimatbundes, anlässlich des Reformationsjubiläums die Apfelbaumsorte Osnabrücker Renette im gesamten Verbandsgebiet zu pflanzen“, meinte Superintendent Hans-Georg Meyer-ten Thoren. Auch er hatte sich an der Aktion beteiligt, weil der gewählte Obstbaum sehr schön zu einem berühmten Zitat passt, das Martin Luther zugeschrieben wird: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Ob Martin Luther diesen Satz je gesagt habe, sei umstritten, machte der Superintendent deutlich. Aber zu Luthers Denken passe er sehr gut, vor allem zu seinem tiefen Gottvertrauen. Spiegele sich doch in diesen Worten eine trotzige Zuversicht und Hoffnung: „Die Welt mag zwar untergehen, aber ich glaube trotzdem an eine Zukunft für mich und diese Welt.“

Der Apfelbaum, so Meyer-ten Thoren, besitze eine lange biblische Tradition. In der Paradieserzählung stehe er sinnbildlich für die Verführung des Menschen – und in Luthers Ausspruch werde er zu einem Zeichen der Hoffnung. Der Superintendent weiter: „Einen Apfelbaum pflanzen heißt doch, über die eigene Zeit hinauszuschauen, damit zukünftige Generationen die Früchte der eigenen Arbeit ernten können. Wer weiß, welche Früchte dieser Baum in 50 Jahren tragen wird“? fragt Meyer-ten Thoren.

„Die Resonanz auf unser Projekt fiel dermaßen groß aus, dass nicht alle Bäume in diesem Herbst ausgeliefert werden können“, sagte HBOL-Vorsitzender Jürgen-Eberhard Niewedde. Wer in diesem Jahr kein Bäumchen erhält, wird zum des Reformationsjubiläums im nächsten Herbst mit einem Exemplar bedacht. Vorstandsmitglied Jürgen Krämer freute sich, dass etwa ein Drittel der Bestellungen aus dem Grönegau resultiert: „Melle wird damit Renetten-Land.“

Der Heimatbund Osnabrücker Land sieht in der langfristigen Erhaltung historischer Obstsorten wie der Osnabrücker Renette auch ein Stück Heimatgeschichte. Solche Baumsorten wurden über Generationen gezüchtet und in den heimischen Gärten und hofnahen Weiden gepflanzt.

Vor diesem Hintergrund betonte der Leiter des Umweltbüros, Torben Fuchs: „Apfelbäume locken durch ihre Blüten zahlreiche Bienen an und bieten diesen süßen Nektar. Mit der Pflanzung der Osnabrücker Renette leisten wir einen wichtigen Beitrag, um das Wissen um alte Obstbaumsorten zu erhalten.“


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