Mäscher genießt den Moment Meller Stürmer nach Landesliga-Hattrick bescheiden

Bei ihm läuft es derzeit: SCM-Stürmer Christian Mäscher (im hellblauen Trikot). Foto: HallmannBei ihm läuft es derzeit: SCM-Stürmer Christian Mäscher (im hellblauen Trikot). Foto: Hallmann

Drei Tore in einem Spiel schießt man nicht alle Tage. Auch Christian Mäscher nicht. Er hat für den SC Melle in der Landesliga gegen Pewsum gleich dreimal zugeschlagen.

Melle. „Ein typischer Torjäger war ich eigentlich nie. Ich wüsste nicht, dass ich nach der Jugendzeit überhaupt dreimal pro Spiel getroffen habe“, erzählt der 30-Jährige lachend. Er hatte sich aus der ersten Mannschaft eigentlich zurückgezogen, wollte sportlich kürzertreten für den Beruf. Doch voriges Wochenende kam alles ganz anders.

Nach einer rund einjährigen Fußballpause ist Mäscher ausschließlich in der Reserve des SCM aktiv. Doch bei personellen Engpässen in der Ersten stellt er sich zur Verfügung. Seinen letzten Auftritt in der Landesliga hatte der Stürmer im Mai 2015. Anfang 2016 hat der Meller das Schuhhaus Mäscher übernommen – gemeinsam mit seinem Bruder Florian. Während dieser für die Orthopädie im Familienbetrieb zuständig ist, kümmert sich Christian ums Schuhgeschäft. „Ich muss auch oft samstags arbeiten.“

Im Job stark eingespannt

Die zeitlichen Einschränkungen sind mit dem Aufwand in der Landesliga nicht zu vereinbaren. So ganz ohne Fußball geht es aber nicht. Daher hat er sich der Zweiten angeschlossen. Der ausgebildete Sport- und Fitnesskaufmann, der später den Betriebsfachwirt draufgesattelt hat, bemüht sich, zweimal in der Woche zu trainieren. „Das ist ein guter Ausgleich zur Arbeit.“ Zwar läuft es in dieser Saison noch nicht rund beim Kreisligisten, doch Mäscher trifft regelmäßig. Er hat für den momentanen Tabellenzwölften bereits zwölfmal eingenetzt. Bei der Zweiten spiele er zentraler als früher in der Landesliga, wo er über die Flügel kam.

Vorigen Donnerstag kam die Anfrage von Trainer Roland Twyrdy, ob er wegen der vielen Ausfälle am Samstag aushelfen könne. „Das war ziemlich unerwartet“, berichtet Mäscher. Er sprang also ein – und wie. Der Hattrick war nach 36 Spielminuten perfekt. Auch in der Ersten hatte er nun die zentrale Stürmerrolle übernommen.

Doch der Schütze tritt auf die Euphoriebremse: „Mein Auftritt gegen einen ziemlich verunsicherten Gegner war nicht so überragend, wie es sich vielleicht anhört. Nach dem 1:0 war der Bann gebrochen. Und ich war kein Alleinunterhalter, sondern habe dreimal richtig gestanden“, sagt der Fußballer bescheiden. Er habe vor allem auch von der guten Vorarbeit und den präzisen Pässen seiner Mitspieler profitiert. Da merke man das spielerische Niveau in der Landesliga. „Der SC Melle hat eine starke Truppe und steht zu Recht so weit oben in der Tabelle.“

Es sei schön gewesen, mal wieder mit den Jungs gespielt zu haben. „Es ist ein nettes Miteinander.“ Im Anschluss ans 6:0 hat das Team – wie üblich nach Heimspielen – in der Vereinsgaststätte „Finale“ zusammengesessen. Die Stimmung sei sehr gut gewesen, berichtet Mäscher. Am Folgetag lief der Stürmer in der Kreisliga auf – und traf beim 1:3 des SCM II gegen Holzhausen zum vierten Mal an dem Wochenende.

Der Erfolg sei eine schöne Momentaufnahme. „Es läuft gerade ganz gut bei mir. Aber ich bin nicht so fit wie früher. Dass es am Wochenende super gut geklappt hat, war ein glücklicher Umstand. Eine Woche vorher lief bei mir und dem gesamten Team in der Kreisliga gegen den TV Neuenkirchen nicht viel zusammen.“ Es habe ihn gefreut, dass er der Ersten helfen konnte. Doch nun geht es für Mäscher in der Zweiten normal weiter. Es sei denn, beim Landesligateam herrscht mal wieder Personalnot...


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