Flashmob in der Innenstadt Pflegekräfte machen in Melle auf Missstände aufmerksam

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Machen auf den Pflegenotstand aufmerksam: Pflegekräfte aus Melle beim Flasmob auf dem Marktplatz. Foto: Christina WiesmannMachen auf den Pflegenotstand aufmerksam: Pflegekräfte aus Melle beim Flasmob auf dem Marktplatz. Foto: Christina Wiesmann

Melle. Seit fast drei Jahren gibt es an jedem zweiten Samstag im Monat einen Flashmob auf dem Meller Marktplatz. Pflegekräfte und Angehörige machen damit auf die schlechten Rahmenbedingungen im Pflegebereich aufmerksam.

„Pflege am Boden“ steht auf den orangefarbenen Schirmen, auf dem Boden sitzen Pflegekräfte, die mit ihrem Flashmob die Passanten, die an diesem Samstag vorbeiziehen, auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen wollen.

„Der Begriff ‚Pflegenotstand‘ ist wohl vielen bekannt“, sagt Marika Dessin, die als Krankenschwester im Christlichen Klinikum Melle (CKM) arbeitet und den monatlich stattfindenden Flashmob von Beginn an mit organisiert.

Bundesweit finden mittlerweile die Aktionen statt. „Die Idee dazu, es bundesweit zu machen, stammt vom Runden Tisch Pflege aus Osnabrück“, erzählt Dessin.

Geänderte Rahmenbedingungen

Nachdenklich machen die engagierten Pflegekräfte Vorbeiziehende auch mit ihren mitgebrachten Schildern. „Wenn morgen entweder alle Unternehmensberater, Investmentbanker und Aktienanalysten tot umfielen… oder aber alle Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrleute und Altenpfleger – Wen würden sie mehr vermissen?“ lautet ein Zitat von Kabarettist Volker Pispers, das Marika Dessin in den Händen hält.

„Die Rahmenbedingungen müssen sich ändern, die Politik muss was tun“, sagt Marika Dessin und ihre Mitstreiter nicken zustimmend. Pflege am Fließband, da sind sich die Pflegekräfte einig, darf es nicht geben. Und doch wird genau das in vielen Fällen praktiziert. Mit Hilfskräften statt ausgebildetem Pflegepersonal, Zeitmangel und besonders im Altenpflegebereich mit häufig miserablem Gehalt.

Unattraktiv sei eine Ausbildung im Pflegebereich deshalb für junge Menschen. „Und das muss sich unbedingt ändern“, findet Marika Dessin. Und mit dem Flashmob versuchen die Pflegekräfte, ihren Teil dazu beizutragen.


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